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- Organischen Traffic analysieren mit dem GSC Leistungs-Report
Der vorliegende Artikel widmet sich dem vielleicht wichtigsten Report in der Google Search Console (GSC) – dem „Leistungen-Report“.
Mit den dort enthaltenen Daten erhältst du detaillierte Informationen darüber, zu welchen Suchanfragen du wie häufig ausgespielt wirst, welche URLs wie gut performen und noch vieles mehr. Diesen Report zu verstehen, ist für die tägliche SEO-Arbeit unerlässlich. Wir zeigen dir, wie du deinen organischen Traffic analysierst! Oder du fragst dich, warum bestimmte Seiten gar nicht erst gecrawlt werden? Dann wirf unbedingt einen Blick in den Crawling-Bericht der Google Search Console – und wie du ihn richtig nutzt.
Wo finde ich den “Leistungs”-Report in der GSC?
Du findest die Daten unter Leistungen → Google Suche-Ergebnisse. Es gibt hier noch weitere Reports für Discover und je nachdem Google News. Wir beschränken uns an dieser Stelle aber auf den ersten Report. Dieser ist für die allermeisten Domains auch der wichtigste.

Filter und Kennzahlen in der Google Search Console
Standardmäßig siehst du zunächst die Klicks und Impressionen der letzten drei Monate. Mit dem “Neu”-Button kannst du zusätzliche Filter (Suchanfrage, Seite, Land, Gerät, Darstellung in der Suche) setzen. Darauf gehen wir gleich ein.
Die GSC reported Klicks, Impressionen, Click-through-Rate (Klicks geteilt durch Impressionen) und die durchschnittliche Position. Durch einen Klick auf das jeweilige Feld erhält das Diagramm und die Tabelle darunter weitere Informationen.
Hinweis 1: Klicks entsprechen nicht Nutzern oder Sitzungen aus Google Analytics! Das ist ein häufig gemachter Fehler. Ein Klick ist der Klick auf einer Google-Suchergebnisseite auf deine Domain. Wenn du nur ausgespielt, aber nicht angeklickt wirst, ist es eine Impression. Eine genaue Erklärung gibt es in der Google-Dokumentation.
Hinweis 2: Seit einiger Zeit kannst du bei im “Suchanfragen”- und “Seiten”-Filter reguläre Ausdrücke verwenden, um komplexere Filterungen vorzunehmen. Google selbst liefert in der GSC-Dokumentation wichtige Hinweise dazu.
24-Stunden-Daten in der Google Search Console
Google hat in den vergangenen Monaten einige Features in die GSC implementiert, die eine Granularität bieten, die du bisher wahrscheinlich nur aus dem alten Google Universal Analytics (GA) kanntest. Welche Daten sind hier mit dazu gekommen?
- Bereits seit 12. Dezember 2024 gibt es in der Search Console eine reine „24‑Stunden“-Ansicht mit stündlicher Auflösung. Laut Google wurde damit die Datenverzögerung fast halbiert – die neuen Vergleichsoptionen bauen exakt auf dieser granularen Datengrundlage auf.
- Seit dem 9. April 2025 liefert die Google‑Search‑Console‑API Leistungsdaten im Stundenraster (Kennzeichnung dataState: HOURLY_ALL, max. 10 Tage Historie, Zeitstempel in PT).
- Am 16. Juli 2025 folgten im Frontend der GSC zwei neue 24‑h‑Vergleichsansichten („Letzte 24 h vs. vorherige 24 h“ und „Letzte 24 h vs. Vorwoche“).
So kannst du:
- Algorithmus-Rollouts minutengenau verfolgen: Du siehst exakt, ab welcher Stunde ein Update wirkt, und kannst Gegenmaßnahmen zeitlich besser planen.
- Technische Ausfälle isolieren: Fällt eine wichtige KPI wie Traffic, Umsatz usw. ab, grenzt du das Problem auf einzelne Stunden und Deployments ein.
- GA-Lücke schließen: GA4 zeigt standardmäßig keine organischen Sessions pro Stunde, die neue GSC-API holt diese Perspektive zurück.
Stündliche Daten zeigen präzise, wann eine Änderung beginnt und wie schnell sich Google anpasst. Das spart Geld, schützt die Sichtbarkeit und liefert handfeste Argumente für schnelle Entscheidungen. Ggf. auch vor Stakeholdern, die harte Zahlen erwarten.
Anleitung: So ziehst du stündliche GSC-Daten in Google Sheets (ohne API-Anbindung)
Ein recht simples Set-up für Google Sheets hilft dir, die stündlichen GSC-Daten in Google Sheets zu laden. Ganz ohne eigenes Skript:
- Search Analytics for Sheets (SAFS) installieren: Das kostenlose Add-on für Google Sheets unterstützt die HOUR-Dimension bereits, die Basisabfragen sind kostenlos. Siehe hierzu auch unseren Blogartikel zum Google-Search-Console-Datenarchiv.
- Abfrage konfigurieren: Wähle die Option „Include partial data“ mit „Yes (hourly)“ und setze deine Dimensionen. Zum Beispiel [„HOUR“,“QUERY“,“PAGE“].
- Vergleichstag laden: Hole zusätzlich den gleichen Wochentag aus der Vorwoche. So filterst du natürliche Traffic-Schwankungen heraus und bekommst echtes Signal statt Rauschen. Aktuell muss dies noch manuell erfolgen, SAFS zeitnah das entsprechende Feature implementieren.

Pro-Tipp: Google crawlt aus den USA und liefert die Zeitangaben nach UTC-7:00 (= Zeitzone „Pacific Time“ (PT)). Da es sich hier aber um einen zeitbasierten Datensatz handelt, sollten Deine Entscheidungen gemäß der MEZ getroffen werden. Dafür haben wir dir eine Funktion für Google Sheets erstellt, um die Uhrzeit automatisch in MEZ umrechnen zu lassen. Einfach als zusätzliche Spalte in die entsprechende Tabelle einbauen:
=LET(
localTS; A1;
utcTS; localTS + ZEIT(7;0;0);
yr; JAHR(utcTS);
lastMarchSun; DATUM(yr; 3; 31) - WOCHENTAG(DATUM(yr; 3; 31));
lastOctSun; DATUM(yr; 10; 31) - WOCHENTAG(DATUM(yr; 10; 31));
summerStart; lastMarchSun + ZEIT(1;0;0);
summerEnd; lastOctSun + ZEIT(1;0;0);
isDST; (utcTS >= summerStart) * (utcTS < summerEnd);
offset; WENN(isDST; 2; 1);
mezTS; utcTS + ZEIT(offset; 0; 0);
TEXT(mezTS; "yyyy-mm-dd hh:mm:ss")
)
Neuerung: Anmerkungen in der Google Search Console
Seit dem 17.11.2025 bietet der Leistungs-Report der Google Search Console die Möglichkeit, Anmerkungen (Annotations) zu hinterlegen. Mit einem Rechtsklick (oder Strg + Enter) in den Graphen öffnet sich ein kleines Feld, in dem du eine kurze Notiz anlegen kannst. Wir empfehlen hier wichtige Ereignisse zu notieren:
- Einführung neuer Suchfeatures (AI Overviews – in Deuschland am 26.03.2025, AI Mode – in Deutschland ab 07.10.2025)
- Änderungen bei Google (Abschaltung des num=100-Parameters ab 10.09.2025, Core Updates usw.)
- Wichtige Anpassungen an deiner Website (Relaunch, weitreichende Content-Änderungen usw.)
Wichtig: Die Vermerke sind für jeden sichtbar, der Zugriff auf die entsprechende Property hat. Sie gelten aber immer nur für die jeweilige Property. Sprich, wenn du mehrere Domains verwaltest, musst du die Anmerkungen in jeder Property hinterlegen. Du kannst bis zu 200 Anmerkungen pro Property anlegen; wenn diese älter als 500 Tage sind, werden sie automatisch gelöscht.

Neuerung: Google testet Gemini als KI-Assistent in der GSC
Seit Dezember 2025 rollt Google schrittweise einen neuen KI-Assistenten für die Search Console aus, der speziell dafür entwickelt wurde, die Konfiguration von Performance-Reports zu beschleunigen. Das Tool nimmt dir zwar nicht die strategische Analyse ab, spart aber durch das intelligente Setzen von Filtern und Vergleichen wertvolle Klick-Arbeit. Wir haben eine passende Anleitung erstellt: 25 praxiserprobte SEO-Prompts für den KI-Assistenten im GSC-Leistungs-Report. Wir zeigen, wie du den Assistenten effizient nutzt. Mit 25 konkreten SEO-Prompts, einem kompakten 15-Minuten-Workflow und einem Entscheidungsbaum verwandelst du Daten schneller in handfeste SEO-Maßnahmen – ohne dich in technischen Details zu verlieren.
Anwendungsfälle und Praxistipps für SEO-Analysen mit der GSC
Um die Google Search Console richtig zu nutzen, bietet dir der Report unglaublich viele Wege. Wir stellen hier deshalb nur einige typische Anwendungsfälle vor.
a) Analyse eines Traffic-Rückgangs
Hast du einen Rückgang bei Klicks, Impressionen oder Positionierung? Verwende einfach den Datumsfilter, um verschiedene Zeiträume miteinander zu vergleichen. Das eignet sich gerade auch für einen Performance-Vergleich vor oder nach einem Relaunch. Alternativ: Nutze den Seitenfilter, um bestimmte Verzeichnisse deiner Domain zu analysieren.
Der Traffic-Rückgang ist hier sehr deutlich. Verwende Datums-Vergleiche und dann den „Seiten“-Tab, um genauere Rückschlüsse zu ziehen.
b) Brand-/Non-Brand-Traffic analysieren
Wie viele deiner organischen Klicks kommen über Brand-Anfragen und wie viele eben nicht? Nutze dafür den “Suchanfragen”-Filter und dort den “Vergleichen“-Tab. So kannst du schnell erkennen, wie (un)abhängig du von deiner Marke im SEO-Bereich bist.
Tipp: Nutze Regex (also “Benutzerdefiniert” → “Stimmt mit dem RegEx überein” vs. “Benutzerdefiniert” → “Stimmt nicht mit dem RegEx überein”), um verschiedene Schreibweisen deines Brands abzudecken. Wenn du also nur für deine Marke gefunden wirst, solltest du dir vielleicht Gedanken über ergänzende Inhalte machen. 😉

Vergleich von Brand-Performance (oben) vs. Non-Brand-Performance (unten). Je nach Markenbekanntheit ist ein deutlicher Fokus auf den Brand nicht unüblich. Für SEO spannend ist aber eigentlich eher der Non-Brand-Bereich.
.^*(marke1|marke2|marke1.de).
c) Low-hanging Fruits
Wirf einen Blick auf die Suchanfragen, bei denen du zwischen Position 4 und 20 rankst. Nutze dafür bei Bedarf die Filterposition in der Tabelle, um einen schnellen Überblick zu erhalten. Prüfe dann, welche Seite (einsehbar über den Seiten-Tab) für diese Suchanfrage ausgespielt wird und schaue, inwiefern du diese Suchanfrage im Inhalt (und/oder Snippets und Zwischenüberschriften) eingebaut hast. Orientiere/priorisiere nach der Anzahl an Impressionen: Je mehr Impressionen eine Suchanfrage hat, umso potenziell lohnenswerter. Alternativ kannst du auch einen spezifischeren Positionsfilter setzen: Mit 11–20 fokussierst du dich auf die Ergebnisse der zweiten Suchergebnisseite.

Low-hanging Fruits: Die Suchanfragen sind hier nach Position sortiert. Bei diesem Beispiel filtern wir ab einer durchschnittlichen Position 4. Können/wollen wir uns auf eine bestimmte Suchanfrage stärker fokussieren?
d) Inhalte mit Potenzial
Ähnlich wie bei den low-hanging fruits handelt es sich hierbei um Suchanfragen, die Potenzial aufweisen (= hohe Impressionen erzielen), jedoch eine etwas umfassendere Überarbeitung benötigen, um besser zu ranken. Das kann zum Beispiel bedeuten, auf der Seite einen kompletten Textabschnitt zu ergänzen. Erfahrungsgemäß findest du auf den Positionen 40–60 einige Beispiele dafür. Wichtig: Denke immer daran, die Suchintention der Suchanfrage zu überprüfen und sicherzustellen, dass du die Intention auch abdecken kannst (und willst).

Wichtig: Nach der Identifizierung der Suchanfragen auf die jeweilige Suchanfrage klicken und dann auf den „Seiten“-Tab klicken, um zu sehen, welche URL dafür ausgespielt wird.
e) Keyword-Kannibalisierung
Kannibalisiert sich deine Website untereinander? Du solltest immer Eindeutigkeiten schaffen, um es Google so einfach wie möglich zu machen. Um das zu analysieren, wählst du eine einzelne Suchanfrage aus und überprüfst im Seiten-Tab, ob dort mehrere URLs Klicks und Impressionen im größeren Maße produzieren. Falls ja, heißt es in der Regel: Inhalte zusammenführen und nur eine einzige URL behalten. Die anderen Seiten sollten dann auf diese weiterleiten.

Klassischer Fall von Keyword-Kannibalisierung: Für die Suchanfrage [facebook betreuung agentur] – oben als Filter gesetzt – ranken zwei verschiedene URLs mit ähnlich vielen Impressionen – für Google ist unklar, welche URL die wichtigste dafür ist.
f) URLs mit niedriger CTR
Gibt es bei dir URLs mit vielen Impressionen und einer guten Positionierung, aber einer niedrigen Klickrate (CTR)? Häufig liegt dies an schlechten und/oder nicht optimierten Title- und Meta-Description-Angaben. Klares To-do: Snippets überprüfen und andere Varianten testen!

Filtern nach Position (kleiner als 5) und sortiert nach CTR: Welche URLs ranken gut, werden aber nur selten angeklickt?
Strukturierte Daten wie FAQ-Markup oder Produkt-Snippets können die Klickrate ebenfalls positiv beeinflussen. Wie du diese Potenziale in der GSC erkennst, zeigen wir dir in unserem Artikel zu den Nutzerfreundlichkeit-, Shopping- und Verbesserungen-Reports.
g) Alte Inhalte finden
Gibt es auf deiner Domain veraltete Inhalte? Setze einen Datumsfilter für die letzten 28 Tage und gib einen Filter (Suchanfrage oder Seite) für ein Jahr ein. Das geht am besten über eine Regex: „.*(2017|2018|2019|2020|2021|2022|2023|2024).*“ (ohne Anführungszeichen). Du findest eine Liste von Suchanfragen für Inhalte, die immer noch für vergangene Jahre gerankt werden. Hier gilt es dann zu entscheiden: Kann ich mit den alten URLs noch etwas anfangen (indem ich sie bspw. weiterleite) oder können sie ansonsten weg?

Seitenfilter mit Jahreszahl. Hier ergibt es keinen Sinn, die URLs zu optimieren.
Verwendete Regex:
.*(2017|2018|2019|2020|2021|2022|2023|2024).*
h) Allgemeiner Content-Audit
Wenn du kontinuierlich Inhalte erstellt hast, wird nicht alles davon reibungslos funktionieren. Warum also ständig neuen Content kreieren, wenn du mit Bestand arbeiten kannst? Such nach URLs, die in den vergangenen 16 Monaten wenige oder keine Klicks hatten und niedrige Impressionen aufweisen. Diese Seiten kannst du löschen, mit relevanten URLs zusammenführen – oder in Kombination mit den vorherigen Schritten schrittweise wieder verbessern.

Welche URLs haben in 16 Monaten keine Klicks produziert – welche Gründe gibt es dafür, und kann ich damit noch mehr erzielen?
i) Bonus-Tipp: Bilder-Traffic
Für manche Domains spielt der Traffic über die Google Bildersuche eine große Rolle. Wenn du den Suchtyp-Filter auf “Bild” stellst, siehst du, was genau dir in dem Bereich Traffic bringt. Sortiere hier die Suchanfragen nach Position und schaue, für welche Queries auf der zweiten Seite (also Pos. 11–20) Bilder ergänzen kannst.

Der Suchtyp ist hier auf „Bilder“ gestellt. Für welche Suchanfragen auf der zweiten Seite können wir noch Content (=Bilder) produzieren?
j) Bonus-Regex-Tipp: Keywords kombinieren, Deluxe-Variante
Die unten stehende Regex-Regel erzwingt, dass alle Keywords, die hiermit übereinstimmen, in allen vorhandenen Kombinationen ausgespielt/gefiltert werden. Die Anzahl der Übereinstimmungen lässt sich mit der abschließenden Zahl (3) steuern. Wahrscheinlich bekommt man mit einer 2-Variante bei den meisten Projekten mehr Ergebnisse. Ideal zur Content- bzw. Longtail-Recherche.
^((.*?)?(keyword1|keyword2|keyword3)( |$)){3}.*$"

Keyword-Kombinationen mit drei Wörtern.
Fazit
Wie schon erwähnt, sind die Analysemöglichkeiten mit dem Leistungs-Report dank der Filter beinahe endlos. Die hier vorgestellten Szenarien sollten aber eigentlich für alle Domains sinnvolle Vorgehensweisen, um die Performance zu verbessern.
Traffic ausreichend analysiert? Prima! Dann schau dir unseren Artikel „Google indexiert deine Seite nicht? So prüfst du das mit der Google Search Console“ an.
Weiterführende Informationen und Quellen zum GSC-Leistungs-Report

Sven Giese
Sven ist ein echtes SMART LEMON Urgestein. Er ist seit 2012 bei uns und war der erste Mitarbeiter der Agentur. Als Head of SEO leitet er das SEO-Team und verantwortet in diesem Bereich das Tagesgeschäft. Außerdem bildet er Kolleg:innen in Sachen Suchmaschinenoptimierung aus. Den Großeltern kann man das so erklären: Sven macht was mit Computern. Und mit Nachdenken 😉