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AI Performance Report in den Bing Webmaster Tools

Sven Giese / 11. Februar 2026

Cartoon-Zitrone mit Sonnenbrille und Kappe zeigt auf den AI Performance Report der Bing Webmaster Tools - SMART LEMON
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Microsoft liefert Daten zur KI-Leistung einer Domain in den Bing Webmaster Tools (BWT).
Während Google uns SEOs weiterhin mit zusammengelegten Daten in der Search Console abspeist und die „AI Overviews“ in einer Black Box versteckt, prescht Microsoft jetzt vor. Seit Februar 2026 gibt es in den Bing Webmaster Tools (BWT) endlich das, was wir für modernes SEO – oder besser gesagt GEO (Generative Engine Optimization) – dringend benötigen: separate Daten zur KI-Leistung.

Der vorliegende Beitrag schaut sich den brandneuen „AI Performance Report“ etwas genauer an.

Diesen Inhalt mit KI-Tools zusammenfassen

ChatGPTPerplexityClaude

TL;DR: Das Wichtigste zu GEO in Kürze

  • Bing liefert ab sofort separate KI-Leistungsdaten, getrennt von der organischen Suche.
  • Neue Metriken wie Citations und Grounding Queries zeigen erstmals, wie oft und warum KI-Systeme deine Inhalte als Quelle nutzen. Google bietet diese Transparenz bislang nicht.
  • In diesem Artikel erfährst du, was die Daten bedeuten und wie du eine GEO-Strategie darauf ausrichtest.

AI Performance: Das neue KI-Dashboard in den Bing Webmaster Tools

Wer sich aktuell in die Bing Webmaster Tools einloggt, findet den neuen Reiter AI Performance. Das ist ein Meilenstein. Bisher mussten wir raten, ob der Traffic über den Microsoft Copilot oder die klassische Bing-Suche kam. Jetzt liefert Microsoft harte Zahlen.
Das Dashboard beantwortet die Frage: Wie oft und in welchem Kontext werden meine Inhalte von der KI zitiert?

Microsoft selbst beschreibt diesen Schritt als den Beginn der „Generative Engine Optimization (GEO)“-Ära in ihren Tools. Es geht nicht mehr nur um Indexierung, sondern um „Inklusion“ in den Generierungsprozess der Antwortmaschine. Microsofts Fabrice Canel macht in seinem begleitenden Blogartikel deutlich, dass Transparenz hier der Schlüssel ist, um Webmastern zu zeigen, welchen Wert ihre Inhalte im KI-Ökosystem haben.

Screenshot des AI Performance Reports der Bing Webmaster Tools

Die neuen KI-Metriken im Detail

Vergiss für einen Moment die klassischen CTRs. In der Welt der KI-Antworten gelten andere Währungen. Das neue Dashboard liefert uns folgende Datenpunkte, die wir strategisch nutzen müssen:

1. Total Citations (Gesamtzahl der Zitate)

Dies ist das Pendant zu den „Impressions“, aber viel wertvoller. Es zeigt an, wie oft die Inhalte deiner Website als Quelle in einer KI-generierten Antwort (z. B. im Microsoft Copilot oder in KI-Zusammenfassungen) genannt wurden. Es spielt dabei keine Rolle, an welcher Position das Zitat steht. Entscheidend ist, dass die KI deinen Content als vertrauenswürdige Basis (Grounding Source) genutzt hat.

2. Grounding Queries (Basis-Suchanfragen)

Das ist für mich die spannendste Metrik. Hier sehen wir nicht unbedingt den exakten Prompt des Nutzers, sondern die Schlüsselphrasen, die die KI extrahiert hat, um nach Fakten zu suchen. Das zeigt uns ungeschminkt, für welche Themencluster die KI unsere Seite als relevant erachtet. Finden sich hier Begriffe, die du strategisch nicht auf dem Schirm hattest, hast du eine Content-Lücke oder einen unerwarteten „Authority Win“ gefunden.

3. Page-level Citation Activity (Aktivität auf Seitenebene)

Endlich sehen wir, welche URLs die Arbeit machen. Das hilft uns enorm bei der Reverse-Engineering-Analyse: Was unterscheidet die zitierten Seiten von den, die nicht zitiert wurden? Ist es die Struktur? Die Datendichte? Oder schlicht die Aktualität?

4. Average Cited Pages (durchschnittlich zitierte Seiten)

Diese Metrik zeigt die Breite deiner Autorität. Werden immer nur dieselben zwei Artikel zitiert, oder erkennen LLMs die Domain als umfassende Expertenquelle für ein ganzes Themengebiet an? Die Zahl bezieht sich hier auf die unique Pages pro Tag.

Screenshots der Grounding Queries im AI Performance Report der Bing Webmaster Tools - SMART LEMON

Google Search Console vs. Bing Webmaster Tools: Wer liefert KI-Daten?

Man muss es so deutlich sagen: Microsoft führt Google hier am Nasenring durch die Arena. Während wir in der Google Search Console (GSC) immer noch rätseln müssen, welche Klicks nun aus den „AI Overviews“ stammen und welche organisch sind, schafft Bing Klarheit.

Google argumentiert bisher, dass die Daten komplex seien (Stichwort „Query Fan-Out“ – eine Nutzeranfrage löst im Hintergrund mehrere KI-Suchanfragen aus) und man diese daher nicht separat ausweisen wolle. Doch aus SEO-Sicht ist das unbefriedigend. Wenn ich nicht weiß, ob mein Traffic aus dem blauen Link oder der KI-Box kommt, kann ich meine Strategie nicht validieren.

Bing beweist mit diesem Update, dass es technisch möglich ist, Transparenz zu schaffen. Für uns bedeutet das in der Praxis: Auch wenn Google in Deutschland den Markt dominiert, sollten wir die Bing Webmaster Tools jetzt intensiv nutzen, um besser zu verstehen, wie LLMs (Large Language Models) Inhalte verarbeiten und User diese Tools nutzen. Die Mechanismen der „Grounding“-Algorithmen dürften zwischen Bing/Copilot und Google/Gemini ähnlicher sein, als es die Marktanteile vermuten lassen.

IndexNow: Geschwindigkeit als Ranking-Faktor

Ein Punkt, den Microsoft in der Ankündigung explizit hervorhebt, ist die Nutzung von IndexNow. Da KI-Modelle halluzinieren, wenn sie auf veralteten Daten trainiert werden, bevorzugen RAG-Systeme aktuelle Quellen. Übrigens: Mehr zum Thema Retrieval Augmented Generation findest du auch im Beitrag zum Start der AI Overviews.

Mit IndexNow pushst du Änderungen sofort an Bing. Das signalisiert: „Hier sind frische Daten.“ Wer IndexNow noch nicht nutzt, verschenkt hier massives Potenzial für die KI-Sichtbarkeit.

Ein Blick in den Quellcode: Was uns als Nächstes erwartet

Bings „AI Performance“-Bericht befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase, aber ein Blick in den Quellcode zeigt, was Microsoft als Nächstes plant.

An dieser Stelle ein großes Shout-out an den SEO-Kollegen Olivier de Segonzac, Gründer der Pariser Agentur RESONEO, der diese Fundstücke auf Linkedin deutlich früher und systematischer als ich in diesem Blogartikel aufbereitet hat (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). 

Einige spannende Features sind bereits fertig programmiert, sie wurden schlichtweg nur noch nicht aktiviert. Exemplarisch sei hier auf den im Code bereits angelegten Vergleichsmodus und einen geografischen Filter verwiesen, die derzeit durch eine einfache Boolean-Flag blockiert sind. Zwei Aspekte scheinen mir Stand heute (Februar 2026) aber besonders interessant zu sein. 

Ein Intent-Klassifizierungssystem für Grounding Queries

Im Code verbergen sich 13 vordefinierte Kategorien für Suchabsichten, komplett mit eigenem Farbschema und fertigem Badge-Styling (siehe den unten beigefügten Screenshot). 

Neben „Navigational“ und „Informational Search“ finden sich hier spannende Kategorien wie „Learning and Problem Solving“, „Creation“, „Planning“, „Comparison“, „Entertainment“ und sogar „Small Talk“.

Diese Taxonomie hat wenig mit dem klassischen im SEO gelernten Search Intent zu tun, ergibt aber für eine Conversational Search Engine absolut Sinn, da Suche deutlich realistischer modelliert. 

Mit diesen 13 neuen Intent-Klassen rückt Bing deutlich an den tatsächlichen Nutzungsmodus eines KI-Systems heran. Für uns SEOs eröffnet das gleichzeitig eine neue Kontextebene, um endlich genauer zu verstehen, warum und in welchen spezifischen Bewertungsmustern unsere URLs in bestimmten KI-Antworten zitiert werden (= Kontextsichtbarkeit einer Marke).

Und diese granulare Intent-Logik birgt dann auch mit Blick auf das Thema Prompt-Tracking eine Menge Potenzial. Denn damit lässt sich die strategische Relevanz einzelner Intent-Kategorien für die eigene Marke/Domain im Wettbewerb in den Blick bekommen.

Screenshot zeigt Code: Intent-Kategorien mit Farbzuordnung und Labels im Bing AI-Report sichtbar.

Die „Cited By“-Dimension und Spekulation über weitere Quellen 

Aktuell zeigt der Bericht nur das statische Label „Microsoft Copilots and Partners“.

Im Code findet sich aber der Hinweis auf deutlich mehr Potenzial zur Analyse. Ich vermute, genauer gesagt wünsche ich mir, dass hierüber eine Aufschlüsselung nach Copilot-Oberflächen zur Verfügung steht. Sprich: Stammt das jeweils genannte Zitat aus dem Bing-Chat, Edge, Windows oder aus einer MS-Office-Umgebung?  

Demgegenüber lässt sich das aber auch so lesen, dass hier die Zitierung deiner Inhalte in den KI-Antworten externer Seiten oder Domains angelegt ist. Auf diese Weise hätten wir auch eine Form von Backlink-Profil auf KI-Ebene. Der vorhandene Ressourcen-String lässt diesbezüglich aber noch keine konkreten Aussagen zu. 

Eine zentrale Frage bleibt jedoch auch nach dem Blick unter die Motorhaube unklar. Was versteht Microsoft eigentlich unter dem Begriff Grounding Queries? Die Dokumentation spricht lediglich von Suchphrasen, welche die KI zur Inhaltsbeschaffung benutzt. 

Es sind definitiv keine rohen Nutzer-Prompts und auch keine reinen „Fan-Outs“ der Maschine. Sie wirken am ehesten wie geclusterte Umformulierungen, aber die exakte Aggregationslogik dahinter bleibt undokumentiert. Es bleibt zu hoffen, dass die oben genannte Intent-Ebene hier mehr Klarheit schafft und nicht nur zusätzliche Labels sind

Noch keine Klick-Daten: Was dem KI-Report der Webmaster Tools noch fehlt

Trotz aller Euphorie müssen wir realistisch bleiben. In den ersten 24 Stunden nach Release haben Kollegen wie Barry Schwartz völlig zu Recht angemerkt, dass eine entscheidende Metrik fehlt: Klicks.

Aktuell sehen wir „Citations“ (ähnlich wie Impressionen), aber wir wissen nicht, wie viele Nutzer tatsächlich auf die Quellenangabe geklickt haben. Das macht die Berechnung eines ROI noch schwierig. Dennoch: Zu wissen, dass man sichtbar ist, ist der erste Schritt. Die Klick-Daten werden, so hoffe ich, in einer späteren Beta-Phase folgen.

Mein Fazit: Ein Pflicht-Check für jeden SEO

Natürlich, die Daten bzw. der AI Performance Report sind noch in der Beta und sicher noch nicht vollständig. Aber es ist der erste echte Blick hinter die Kulissen einer KI-Suchmaschine. Wir sehen endlich, dass wir stattfinden und wo wir stattfinden.

Mein Rat an dich: Geh heute noch in die Bing Webmaster Tools. Schau Dir an, welche Seiten zitiert werden. Vergleiche diese URLs mit denen, die Google mag. Die gewonnen Erkenntnisse werden deine SEO-Strategie für 2026 maßgeblich beeinflussen.

Wir bei SMART LEMON werden diese Daten nutzen, um unsere „Grounding Pages“-Strategie (siehe hierzu auch den Blogbeitrag zur Steigerung der KI-Sichtbarkeit) weiter zu verfeinern. Denn am Ende des Tages wollen wir nicht nur gesucht, sondern gefunden und zitiert werden.

FAQ: Häufige Fragen zum neuen Bing AI Performance Report

1. Wo finde ich den neuen Bericht in den Bing Webmaster Tools?
Du findest den Bericht im Menü unter dem Punkt „AI Performance“ (bzw. KI-Leistung). Sollte er noch nicht sichtbar sein, gedulde dich etwas, da das Feature aktuell noch als Beta/Public Preview gekennzeichnet ist und schrittweise ausgerollt wird.

2. Unterscheidet der Bericht zwischen Chat- und Such-Traffic?
Der Bericht fokussiert sich auf KI-generierte Antworten. Er fasst Daten aus dem Microsoft Copilot, den KI-Zusammenfassungen in der Bing-Suche und Partner-Integrationen zusammen. Er trennt diese also sauber von den klassischen organischen Suchergebnissen, zu finden im „normalen“ Such-Performance-Report.

3. Warum sehe ich keine Klick-Daten (Clicks)?
Aktuell weist Bing primär „Citations“ (Zitate) aus. Das ist vergleichbar mit Impressionen. Ob ein Nutzer dann tatsächlich auf die Fußnote klickt, ist in dieser ersten Beta-Version noch nicht detailliert als CTR aufgeschlüsselt. Dies ist einer der Hauptkritikpunkte der SEO-Community, aber Bing hat angedeutet, das Tool weiterzuentwickeln.

4. Hilft IndexNow wirklich bei der KI-Sichtbarkeit?
Ja, absolut. Microsoft betont, dass Aktualität entscheidend für das „Grounding“ von KI-Antworten ist. IndexNow sorgt dafür, dass die KI sofort weiß, wenn sich Fakten auf deiner Seite geändert haben, was die Chance auf ein Zitat erhöht.

5. Kann ich diese Daten auch in die Google Search Console importieren?
Nein. Google bietet aktuell keine vergleichbaren, separaten Daten für AI Overviews an und es gibt keine Schnittstelle zwischen den beiden Systemen. Die Daten in den BWT sind exklusiv für das Microsoft-Ökosystem.

Sven Giese

Sven ist ein echtes SMART LEMON Urgestein. Er ist seit 2012 bei uns und war der erste Mitarbeiter der Agentur. Als Head of SEO leitet er das SEO-Team und verantwortet in diesem Bereich das Tagesgeschäft. Außerdem bildet er Kolleg:innen in Sachen Suchmaschinenoptimierung aus. Den Großeltern kann man das so erklären: Sven macht was mit Computern. Und mit Nachdenken 😉

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