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- KI-Sichtbarkeit steigern: 4 Maßnahmen im Praxistest
Welche GEO-Maßnahmen helfen wirklich? Wir haben mehrere Hebel im Praxistest umgesetzt und geprüft, welche Methoden wirklich dazu beitragen, KI-Sichtbarkeit bei ChatGPT & Co. aufzubauen. Denn rund um GEO kursieren aktuell unzählige Tipps und „Das musst du jetzt tun“-Posts. Oft laut und absolut, aber selten sauber eingeordnet.
Statt marktschreierischer Checklisten wollten wir wissen, was im Alltag tatsächlich funktioniert. Denn ebenso klar ist: Nur mit klassischer Suchmaschinenoptimierung wirst du 2026 nicht mehr alle Nutzer erreichen, weil ein wachsender Teil der Recherche direkt in KI-Antworten stattfindet. In diesem Artikel zeigen wir, welche Hebel sich im Test bewährt haben, wo Grenzen liegen und warum du am Ende immer selbst testen solltest.
TL;DR: Das Wichtigste in Kürze
GEO und SEO ist der Weg für Sichtbarkeit in 2026: GEO ergänzt SEO auf Basis sauberer Indexierung, Struktur und Verständlichkeit; zusätzlich braucht es neue Messlogiken, um KI-Relevanz realistisch abzubilden.
Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit bei ChatGPT & Co. im Test: Viele „Best Practices“ sind unzuverlässig; getestet wurden vier Maßnahmen mit Fokus auf Zitierfähigkeit, korrektes Branding und möglichst messbare Effekte.
GEO-Maßnahmen #1–#4 im Ergebnis: KI-Buttons werden messbar genutzt, llms.txt zeigte keine Bot-Nutzung; GPT-Artikel wurden teils als Quellen genutzt, aber selten stärker als normale Seiten; Grounding Pages sind noch offen.
Fazit: GEO-Maßnahmen selbst ausprobieren: Es gibt keinen sicheren Gamechanger; wirksam ist ein Mix passender Bausteine. Empfehlung: kleines, messbares Setup, Kernfragen definieren, Sichtbarkeit/Tonalität beobachten, iterieren.
GEO und SEO ist der Weg für Sichtbarkeit in 2026
Die Optimierung auf LLM-Sichtbarkeit steht nicht im Gegensatz zu SEO, sondern baut in vielen Punkten darauf auf: saubere Indexier- und Lesbarkeit, logische Strukturen, verständliche Inhalte usw. Wenn diese Grundlagen fehlen, wird es auch in KI-Antworten schwer, weil LLMs ebenfalls auf auffindbare, gut strukturierte Inhalte angewiesen sind.
Damit GEO aber nicht zur Bauchgefühl-Disziplin wird, sind neue Messlogiken gefragt, welche die klassischen SEO-Kennzahlen mit neuen Daten aus der KI-Realitäten abbilden.
Was lässt sich aktuell messen?
- KI-Referral-Traffic: Besuche, die erkennbar aus KI-Tools oder KI-Suchergebnissen kommen. Das ist nicht immer vollständig, aber ein Trendindikator und sehr einfach zu messen. Siehe dazu unseren Beitrag zu LLMs und SEO.
- Crawling- und Logfile-Signale: Du siehst, welche Bots Inhalte abrufen und ob wichtige Seiten/Dokumente überhaupt gelesen werden. Die Logfile-Analyse wird im Kontext von KI-Crawlern wichtiger.
- AI Visibility: Wie häufig du in KI-Antworten genannt oder als Quelle zitiert wirst und bei welchen Fragen. Je nach Setup kannst du das auch als Share of Voice gegenüber Wettbewerbern betrachten.
- Sentiment und Tonalität: Wie KI-Systeme über dich sprechen: neutral, positiv, kritisch. Zusätzlich kannst du prüfen, ob Kernbotschaften und wichtige Informationen (bspw. USPs, Zielgruppen etc.) korrekt wiedergegeben werden oder sich Fehler wiederholen.
Bleibt letztlich nur die Frage: Welche Maßnahmen haben einen Einfluss auf diese Kennzahlen? Wir haben verschiedene Hebel selbst ausprobiert und anschließend so gut wie möglich messbar gemacht. Was hilft tatsächlich, damit Inhalte in KI-Antworten auftauchen, als Quelle funktionieren und die Marke dabei korrekt dargestellt wird?
GEO-Maßnahme #1: KI-Sharing-Buttons nutzen
Was sind KI-Sharing-Buttons?
KI-Sharing-Buttons sind Buttons oder Links, die beim Klick direkt ein KI-Tool öffnen und dort einen vorbereiteten Prompt auslösen, meist nach dem Muster „Fasse diese URL zusammen“ oder „Extrahiere die wichtigsten Punkte aus dieser Seite“. Technisch funktioniert das über eine spezielle URL-Struktur, die Prompt und Ziel-URL übergibt. Das Ganze ist weniger eine Maßnahme „für den Bot“, sondern eine Maßnahme für den Menschen, der ein LLM nutzt.- Sie hilft dabei, deinen Content und deine Domain für den jeweiligen Nutzer als Quelle zu etablieren. Die Zusammenfassung passiert im KI-Tool, aber die Referenz bleibt deine URL, und genau so landet deine Marke im Arbeitskontext des Nutzers.
- Leser erhalten sofort Mehrwert: Inhalte lassen sich schneller erschließen, Kernaussagen extrahieren oder zusammenfassen.
Im Test: Werden AI-Summary-Buttons wirklich genutzt?
Wir haben die Buttons mittels eines selbst entwickelten WordPress-Plugins auf unseren Blogartikeln und bei einer Kunden-Website eingebaut (bei Interesse gerne melden). Nach ca. drei Monaten zeigte sich bei uns eine Nutzungsrate von 1,7 %, beim Kunden ca. 0,5 %. Das mag nicht viel klingen, ist unserer Erfahrung nach aber ein höherer Wert als die klassischen “alten” Sharing-Buttons (Artikel auf Facebook etc. teilen, per E-Mail weiterleiten usw.).
Der Impact der Buttons ist schwer nachvollziehbar, weil sie ja, wie dargelegt, auf persönlicher Nutzungsbasis funktionieren. Primär ergibt sich ein praktischer Effekt: Die Hürde, Inhalte im KI-Tool zu nutzen, sinkt deutlich, wenn der Einstieg per Button vorgebaut ist. Gleichzeitig lassen sich Klicks und Nutzungssignale sauber messen, was bei vielen anderen GEO-Maßnahmen deutlich schwieriger ist.
Wichtig dabei: Diese Buttons sind nicht bei jedem KI-Dienst in dieser Form möglich. Bei manchen Systemen (bspw. Gemini) lässt sich eine solche URL-Struktur nicht hinterlegen.

GEO-Maßnahme #2: llms.txt
Was ist eine llms.txt?
Die llms.txt ist eine Datei im Root deiner Website. Sie basiert auf einem vorgeschlagenen (bislang noch inoffiziellen) Standard und soll KI-Systemen eine klar strukturierte „Kurzfassung“ deiner Website liefern. Wichtig hierbei: Es geht nicht darum, ein paar wichtige Seiten zu verlinken, sondern vor allem darum, die relevanten Informationen über deine Marke direkt im Dokument bereitzustellen.
Ferner ist die Datei nicht mit der robots.txt zu verwechseln. Diese steuert, ob und wie Crawler bestimmte Bereiche deiner Website abrufen dürfen. Die llms.txt regelt keinen Zugriff und blockiert auch nichts, sie ist eher eine Informations-Zusammenfassung für KI-Crawler.
Die Idee ist also, dass KI-Systeme schnell verstehen, wer du bist, was du anbietest und welche Inhalte die verlässlichsten Ankerpunkte sind. Statt sich durch Navigation, Teaser und viele Unterseiten zu arbeiten, bekommen sie eine kompakte Quelle, die zentrale Fakten und Einstiegslinks bündelt.
Im Test: Brauche ich eine llms.txt?
Wir sind sehr pragmatisch vorgegangen:
- Wir haben auf zwei Webseiten eine llms.txt erstellt und hochgeladen.
- Anschließend haben wir per Logfiles ausgewertet, ob überhaupt ein (relevanter) Bot gezielt auf diese Datei zugreift.
- Das Ergebnis ist sehr eindeutig: Über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen gab es für beide Dateien genau einen einzigen (externen) Aufruf der llms.txt. Und der kam über das per Search Console angeforderte Inspection Tool. 😉
Eine llms.txt ist als „Sichtbarkeits-Booster“ also zu vernachlässigen. De facto wird die Datei (Stand heute) in den allermeisten Fällen schlichtweg ignoriert. Um es deutlich zu machen: Wenn ein Dienstleister dir das als Dienstleistung verkauft, dann ist das schlichtweg rausgeworfenes Geld.
Wenn du diese Maßnahme umsetzt, dann nicht, weil du dir davon kurzfristig messbar mehr Sichtbarkeit erhoffst. Sondern weil dieses To-do hilft, die Marke und die wichtigsten Informationen über die Marke sauber zusammenzufassen und damit eine klare Grundlage für weitere GEO-Maßnahmen zu schaffen.

GEO-Maßnahme #3: GPT-Artikel erstellen
Was sind GPT-Artikel?
Mit GPT-Artikel beschreiben wir zusätzliche Inhalte, die primär dafür gebaut werden, dass KI-Systeme sie leicht lesen und verarbeiten können. In der Praxis sind das oft einfache, schlanke HTML-Seiten ohne komplexe Layouts, interaktive Elemente oder viele JS-Elemene.
Das Ziel ist also maximale Lesbarkeit für LLMs: Entsprechende Bots sollen die relevanten Informationen sicher und vollständig erfassen können. Du lieferst Inhalte so aus, dass sie schnell verstanden, sauber extrahiert und im besten Fall als Quelle genutzt werden können.
Unser Test: Welchen Nutzen haben GPT-Artikel?
Wir haben insgesamt neun solcher Seiten veröffentlicht. Nach ca. zwei Monaten testeten wir mittels PeecAI, ob diese GPT-Artikel in Antworten als Quelle auftauchen. Ergebnis: Nur wenige Tage nach Veröffentlichung wurden die Seiten tatsächlich zur Beantwortung von Fragen herangezogen und in diesem Kontext als Quelle genutzt.
Insgesamt betraf das aber “nur” fünf dieser neun URLs. Ein paar weitere Anmerkungen dazu:
- Die GPT-Artikel wurden nicht häufiger als “normale” Seiten als Quelle herangezogen.
- Lt. unseren Beobachtungen hat vor allem Perplexity die URLs verwendet.
- Verschiedene GPT-Artikel aus eher themenfremden Bereichen (=solche, die nichts mit SMART LEMON/Online Marketing im engeren Sinne zu tun haben) tauchten ebenfalls als Quelle auf.
- Von den neun URLs haben sieben in dieser Zeit auch über die normale organische Suche Klicks erzielt. Auch hier: Die GEO-Perspektive schließt klassisches SEO nicht aus. 😉
GPT-Artikel können also unterstützen, als alleinige Treiber für die Sichtbarkeit in ChatGPT & Co. ist der Ansatz aber nicht zu empfehlen.

Einordnung: Geht das nicht auch mit „normalen“ Seiten?
Natürlich kannst du auch deine “normalen” Seiten deiner Website optimieren bzw. anpassen. Der Vorteil dieser KI-separierten Seiten ist allerdings, dass du sie kompromisslos auf KI-Lesbarkeit optimieren kannst, ohne Rücksicht auf Nutzerführung, Design, Conversion-Elemente, Storytelling o. Ä. nehmen zu müssen.GEO-Maßnahme #4: Grounding Pages nutzen
Was sind Grounding Pages?
Grounding Pages sind im Kern eine konsequent weitergedachte „Über uns“-Seite. Allerdings fungieren sie nicht primär als Marketing- oder Image-Seite, sondern als präzise, strukturierte Faktengrundlage, die KI-Systeme leicht verstehen und sauber zitieren können. Damit sind sie eine Art Zuspitzung aus dem, was wir bei llms.txt (kompakte Marken-Zusammenfassung) und GPT-Artikeln (KI-lesbare Inhalte) verfolgen, nur eben als eigenständige, stabile Referenzseite für deine Marke. Sie helfen sowohl neuen/kleinen Unternehmen mit wenigen Informationen (für konsistente KI-Antworten) als auch großen, etablierten Unternehmen mit vielen alten/widersprüchlichen Daten (um Veralterung und falsche KI-Antworten bei Änderungen wie Umzügen oder neuen Produkten zu verhindern).
Die Idee ist, dass KI-Systeme bei Fragen über Brands häufig nach verlässlichen, eindeutigen „Identitätsseiten“ suchen. Genau dafür setzt du eine Grounding Page auf: mit klaren, überprüfbaren Aussagen darüber, wer du bist, was du machst, wofür du stehst, welche Leistungen du anbietest und wie du dich einordnen willst. Genauso kannst (und solltest) du hier angeben, was du bzw. deine Marke NICHT ist. Denn dieser Ausschluss hilft ebenfalls bei der Markendefinition.
Wichtig ist hier nicht die „Story“, sondern die Eindeutigkeit. Also Informationen, die sich nicht widersprechen, konsistent gepflegt sind und sich gut als Grundlage für Antworten eignen.
Praxis-Check: Werden Grounding Pages als Quelle genutzt?
Hier steht eine abschließende Bewertung noch aus – die URLs sind erst wenige Tage online.

Fazit: GEO-Maßnahmen selbst ausprobieren
Auch bei GEO hat sich ein Grundsatz aus der SEO-Welt nicht geändert: Es kommt darauf an. Nicht jede Maßnahme passt zu jedem Setup, nicht jede Domain hat die gleichen Voraussetzungen und nicht jedes Thema wird von KI-Systemen gleich behandelt. Genau deshalb gibt es hier auch keinen einzelnen „Gamechanger“, der zuverlässig für einen Sichtbarkeitssprung sorgt.
Die vorgestellten Hebel funktionieren am besten als Teil eines sinnvollen Mixes. Je nach Projekt können llms.txt, KI-lesbare Inhalte, Grounding Pages oder KI-Sharing-Buttons sehr unterschiedlich sinnvoll sein, mal als technische Absicherung, mal als inhaltliche Klarstellung, mal als Distribution in den Nutzerkontext. Die Maßnahmen sind nicht isoliert als “Trick” oder “Hack” zu betrachten, sondern als Bausteine, die Struktur, Verständlichkeit und Zitierfähigkeit deiner Inhalte verbessern.
Die wichtigste Empfehlung bleibt deshalb schlicht: Teste verschiedene GEO-Strategien selbst. Setze ein kleines, messbares Setup auf, definiere ein paar Kernfragen, beobachte Sichtbarkeit und Tonalität und iteriere. GEO ist aktuell ein Feld, in dem Praxis schneller ist als Theorie.
Weitere Informationen und Quellen zu Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit in LLMs
- Why “AI Share Buttons” Might Be the Smartest Growth Hack: The CiteMET Method – auf: metehan.ai am 30. Juni 2025 (englisch)
- llmstxt.org – Website zum vorgeschlagenen Standard – am 3. September 2024 (englisch)
- Open standard for stable machine-readable facts for AI systems – auf: groundingpage.com (englisch)
- Malte Landwehr: llms.txt & .md files – Important AI Visibility helper or hoax? – auf: peec.ai am 30. Juli 2025 (englisch)
- Hanns Kronenberg: LinkedIn-Post zum Thema Grounding Pages (deutsch)

David Erdmann
David startete 2016 als Trainee bei SMART LEMON. Gestartet mit einem redaktionellen Hintergrund, ist er mittlerweile Senior SEO Manager und bespielt alle Bereiche der Suchmaschinenoptimierung: von Technik über Content bis Strategie.