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Werbung auf ChatGPT: Alles was du dazu wissen solltest

Silvia Solana / 23. Januar 2026

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Update vom 9. Februar 2026: Seit dieser Woche Montag sind die ersten Tests in den USA angelaufen. Mithilfe dieser ersten Tests möchte OpenAI lernen und sicherstellen, dass die Nutzer:innenerfahrung passend gestaltet wird. Welche Anzeige wann ausgespielt wird, soll anhand des Themas der Konversation bei ChatGPT, der früheren Chats und früheren Interaktionen mit Anzeigen entschieden werden. Wenn zum Beispiel nach Rezepten gesucht wird, können möglicherweise Anzeigen für Kochboxen oder Lebensmittellieferungen angezeigt werden. Wenn es mehrere Werbetreibende zum selben Thema gibt, soll die Anzeige ausgewählt werden, die für die Konversation am relevantesten ist. Werbetreibende sollen nur zusammengefasste Informationen zur Leistung ihrer Anzeigen erhalten, zum Beispiel Gesamtaufrufe oder Klicks. Der Umfang soll verantwortungsvoll ausgeweitet werden, wenn Schutzmaßnahmen ausgereift sind und genug aus dem Test gelernt wurde. In Zukunft soll das Werbeprogramm weiterentwickelt werden, um zusätzliche Formate, Ziele und Buchungsmodelle anbieten zu können und um neue Möglichkeiten zu schaffen, wie Unternehmen in ChatGPT mit Verbraucher:innen interagieren können. Interessierte Unternehmen können sich hier für neue Updates anmelden.

 

OpenAI hat verkündet, dass bald Werbung auf ChatGPT kommen wird. Was bereits bekannt ist und auf was du dich als werbetreibende Person einstellen kannst, erfährst du in diesem Blogartikel.

Was ist bisher bekannt? 

OpenAI hat bereits ein paar Informationen zum eigenen Ansatz für Werbung und zu den ersten Tests veröffentlicht: 

  • Die ersten Tests werden in den USA für Nutzer:innen von ChatGPT Free und Go gefahren. 
  • Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Abonnements sollen künftig weiterhin werbefrei bleiben.
  • Die Anzeigen werden unter den organischen ChatGPT Antworten in thematisch passenden Unterhaltungen erscheinen und klar als Werbung gekennzeichnet werden. (siehe Bild 1)
  • Die Anzeigen sollen die Qualität und den Inhalt der Antworten nicht beeinflussen.
  • Werbetreibende werden keinen Zugang zu den Unterhaltungen auf ChatGPT erhalten. Nutzer:innendaten werden nicht verkauft.
  • Nutzer:innen können jederzeit die Personalisierung abschalten und ihre Daten löschen.
  • Nutzer:innen unter 18 werden während des Tests keine Anzeigen ausgespielt bekommen. Auch werden keine Anzeigen rund um sensible Themen ausgespielt wie physischer oder psychischer Gesundheit oder Politik.

Bild 1

Quelle: openai.com

Die Grundprinzipien sind also nun bekannt, doch es bleiben sehr viele Fragen offen, wie zum Beispiel:

  • Werden ChatGPT Ads ein bleibendes Konzept werden oder wird es nur bei einer Testphase bleiben?
  • Wie wird ein Monetarisierungskonzept genau aussehen?
  • Wird es einen offenen Werbemanager geben?
  • Was für Targetingoptionen wird es geben?
  • Wie werden Werbeassets aussehen? Wie viel Gestaltungsfreiraum werden Werbetreibende haben?
  • Wie häufig werden Anzeigen ausgespielt?
  • Bei den bisher veröffentlichten Beispielen handelt es sich um B2C Produkte. Wie können sich komplexe B2B- oder SaaS-Produkte positionieren?
  • Welche KPIs werden neben den bisher gängigen in Zukunft relevant werden? Und wie können Marketers die Performance auswerten?

Für uns heißt es nun erstmal aufmerksam bleiben und alle Entwicklungen beobachten. Einige erste Einschätzungen und Ansätze zur Vorbereitung auf eine sich wandelnde Werbewelt können wir allerdings schon jetzt teilen. Lass uns also gemeinsam einen kleinen Blick in die Glaskugel wagen:

In den letzten Jahren sind Customer Journeys immer komplexer geworden. Potenzielle Kund:innen benötigen mehrere Touchpoints mit einer Marke bis zur Kaufentscheidung und zum finalen Kaufabschluss. ChatGPT ist nun ein weiterer Kanal, der dazukommt. Und das nicht erst mit Einführung von ChatGPT Ads. Nutzer:innen ziehen auch jetzt schon ChatGPT in Entscheidungsprozessen heran. Die Sichtbarkeit über diesen Kanal ist also schon jetzt relevant. Grundsätzlich gilt: Wer mehrere Kanäle entlang der Customer Journey bespielt, gewinnt. Online Marketing wird durch neue relevante Werbekanäle zunehmend strategischer.

Wie auch auf anderen Plattformen wird vermutlich bei Werbung auf ChatGPT gelten: Pass die Sprache deiner Creatives an die Sprache der Plattform an. 

Welche Sprache spricht ChatGPT?

OpenAI legt viel Wert darauf, den Nutzer:innen einen Mehrwert bieten zu können. Unterhaltungen auf ChatGPT sollen also hilfreiche Antworten liefern und in Denk- und Entscheidungsprozessen unterstützen. An dieser Funktion wird sich laut OpenAI nach der Einführung von ChatGPT Ads nichts ändern. 

Das bedeutet, dass ChatGPT als Werbeplattform vor allem für den Middle-Funnel relevant wird, also für die Phase der Customer Journey, in der Nutzer:innen mehr Informationen einholen oder Produkte und Marken miteinander vergleichen.

Auch der Upper-Funnel der Customer Journey könnte gut über ChatGPT Ads bespielbar sein. Nutzer:innen beginnen in dieser Phase die Recherche, um mögliche Lösungen für ein Problem, was sie haben, zu entdecken.

Werbebotschaften werden also voraussichtlich nur dann funktionieren, wenn sie als hilfreiche Gesprächsfortsezung wahrgenommen werden. Eine funktionierende Call-to-Action auf ChatGPT könnte lauten “Klicke hier für mehr Informationen” statt “Jetzt kaufen”.

Was bedeutet das für die Zukunft von Search Ads?

Die Einführung von Ads in Generative KI könnte sich auf den gesamten Geschäftsprozess auswirken. Vor diesem Hintergrund stellt sich derzeit eine der wichtigsten Fragen der Werbebranche: “Was bedeutet die Einführung von ChatGPT Ads für die Zukunft von Search Ads?”

Search Ads erreichen häufig Nutzer:innen, die bereits wissen, welches Produkt sie suchen und nach dem passenden Anbieter oder der richtigen Marke Ausschau halten. Also eben genau in dem Entscheidungsprozess, den ChatGPT besser adressieren kann, als 10 blaue Links zu unterschiedlichen Landingpages.

Wir prognostizieren daher, dass der Traffic bei Search Ads in Zukunft zurückgehen wird. Was wir allerdings nicht prognostizieren, ist, dass ChatGPT Ads Search Ads komplett ersetzen werden. Sie werden sie strukturell verändern. Middle- & Upper-Funnel-Search, Vergleichs-Keywords und informationsgetriebene Queries werden unter Druck geraten. Für transaktionale Suchanfragen bleiben Search Ads weiterhin das geeignete Werbeformat. Es ist gut möglich, dass in Zukunft Synergieeffekte zwischen beiden Plattformen entstehen. Gewinnen tut dann, wer Werbemaßnahmen strategisch plant und Nutzer:innen gezielt über alle relevanten Plattformen entlang der Customer Journey abholt.

Fazit

Abschließend können wir diesen kleinen Einblick in unsere Glaskugel folgendermaßen zusammenfassen: Es gibt noch viele offene Fragen. Wie sich die Werbelandschaft weiterentwickeln wird, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel das Nutzer:innenverhalten, die Reaktionen der Werbetreibenden auf die neue Möglichkeit und die Ausgestaltung der Anzeigen in realen Situationen.

Du benötigst Unterstützung beim strategischen Aufbau deiner Werbemaßnahmen? Dann kontaktiere uns gerne unverbindlich!

Silvia Solana

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