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Die neue Social Media App Clubhouse – Ist sie den Hype wirklich wert?

Lisa Kamp / 19. Januar 2021

Was ist Clubhouse die neue Social Media Hype App SMART LEMON Blog
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Autorin: Isabelle Schmitz

Egal ob LinkedIn, Twitter oder Instagram ‚Äď die App Clubhouse geh√∂rt seit Ende der zweiten Kalenderwoche 2021 zu den Top Themen auf den sozialen Netzwerken. Auch in den Top-Listen der Downloads im Apple AppStore l√§sst sich der Erfolg ablesen: Am 18.01.2021 verdr√§ngte Clubhouse den Messengerdienst Telegram und sicherte sich Platz zwei der Liste. Scheinbar aus dem Nichts eroberte die neue App die deutschen Smartphones. Dabei gibt es die Clubhouse schon seit vergangenem Sommer in den USA. Dort sorgten Stars wie Paris Hilton, Ashton Kutcher oder Oprah Winfrey f√ľr den Hype der App.

Was ist Clubhouse?

Einfach gesagt, ist Clubhouse eine Audio-only-App, bei der die Anwender*innen, Gespr√§chen wie bei einem Live-Podcast zuh√∂ren k√∂nnen. Auch eine aktive Beteiligung an der Diskussion ist dabei m√∂glich. Die Gespr√§che bei Clubhouse finden in virtuellen R√§umen statt: Jeder kann diese R√§ume neu er√∂ffnen oder bestehenden R√§umen beitreten – und die Gespr√§che dort erst einmal verfolgen oder selbst daran teilnehmen. Wie Radio- oder Fernsehsendungen lassen sich Gespr√§chsrunden auch f√ľr bestimmte Zeiten vorplanen und ank√ľndigen.

Wo kommt Clubhouse eigentlich her?

Der Siegeszug der App begann im US-Bundesstaat Utah, genauer gesagt in der Stadt Salt Lake City im Bundesstaat Utah. Anbieter ist die Firma Alpha Exploration Co. Das Unternehmen definiert seine App als eine ‚Äúneue Art von sozialen Dienst‚ÄĚ. Mit Clubhouse soll es Menschen m√∂glich sein, sich √ľberall auf der Welt zu unterhalten, Geschichten zu erz√§hlen und interessante neue Leute zu treffen.

Mit k√ľnstlicher Verknappung zum Erfolg?

Aktuell ist der virtuelle Club nicht f√ľr alle User*innen ge√∂ffnet. In Clubhouse kommt nur eine auserw√§hlte Runde zusammen. Um die App zu nutzen, braucht man zwei Dinge. Erstens: Ein iPhone, denn eine Android-App gibt es bisher nicht. Und zweitens: Eine Einladung von einem bisherigen Clubhouse-Mitglied. Eine Anmeldung ist nur √ľber eine solche Einladung m√∂glich. Clubhouse macht sich damit das Schneeball-System zu Nutze und l√∂ste eine Lawine aus. Der virale Hype der App sorgte daher auch f√ľr zweifelhafte eBay-Kleinanzeigen-Angebote. Hier wurden Einladungen zeitweise f√ľr 50 Euro gehandelt.

Wie sieht es mit Datenschutz bei Clubhouse aus?

Wer die App zurzeit nutzen m√∂chte, sollte beim Thema Datenschutz lieber die Augen verschlie√üen. Nach der Installation von Clubhouse fordert die App Zugriff auf s√§mtliche Eintr√§ge im Telefonbuchs des iPhones. Nur wer diesen Zugriff gew√§hrt, kann anschlie√üend andere Personen zu Clubhouse einladen. Au√üerdem fordern die die Macher des Dienstes dazu auf, ihr Profil mit anderen Social Media Plattformen zu verkn√ľpfen. Damit soll auf Twitter, LinkedIn und Co. der Wunsch geweckt werden, m√∂glichst schnell an eine Einladung zum Clubhouse zu gelangen.

Das fragw√ľrdige Datenschutzkonzept von Clubhouse verst√∂√üt, laut S√ľddeutsche Zeitung, vermutlich gegen die europ√§ische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Das hinderte zahlreiche Politiker*innen, Prominente und andere Interessierte bisher nicht daran, die App zu installieren. Im Clubhouse-Raum der Digitalministerin Dorothee B√§r (CDU) versammelten sich beispielsweise √ľber 1.000 Menschen, um gemeinsam zu diskutieren.

Auch wer Clubhouse f√ľr sensible Gespr√§che nutzen m√∂chte, sollte vorsichtig sein. S√§mtliche Gespr√§chsrunden werden mitgeschnitten. Laut den Entwicklern nat√ľrlich nur, um Verst√∂√üe gegen die Community Guidelines untersuchen zu k√∂nnen.

Diskussionen und Panels ohne Moderation ‚Äď Kann das gut gehen?

Von Clubhouse aus gibt es aktuell keine Moderation. Die Entscheidung, ob eine Session moderiert wird, liegt im Ermessen der Benutzer*innen. Das Problem dabei: M√∂gliche Fehlinformationen und Desinformationen werden nicht gekennzeichnet. In den USA steht Clubhouse schon in der Kritik, weil bisher nicht entschieden gegen Rassismus und Seximus in den Diskussionen vorgegangen wird. Kritiker*innen, wie maggietyson_ auf Instagram, prangern an, dass es regelrechte ‚Äúhate rooms‚ÄĚ g√§be, in Sexisten oder Rassisten ihre Parolen verbreiten. Dazu sollen sogar Nutzer*innen geh√∂ren, die Plattformen wie Instagram oder Facebook, bereits verwiesen wurden.

Ist Clubhouse denn den Hype wert?

Das Interesse auf den anderen sozialen Netzwerken zeigt: die App fasziniert die Digitalszene. Clubhouse hat mit dem Angebot an Podcasts, digitalen Panels und offenen Diskussionen den Nerv der Zeit getroffen. Vor allem seit Corona sind digitale Plattformen eine wichtige Anlaufstelle, um sich weiterzubilden und sich zu vernetzen. Man kann Clubhouse also auch als eine Art des modernen Networkings sehen. Auch Podcasts sind derzeit gefragter denn je. Somit hat die App eine perfekte Mischung getroffen. Fragw√ľrdig bleibt vor allem das Thema Datenschutz. Die Zukunft f√ľr Clubhouse bleibt spannend. Die App befindet sich erst in der Beta Version, hier kann also noch einiges passieren. Mit mehr User*innen werden auch mehr Probleme aufkommen. Auch das Thema Monetarisierung ist noch nicht gekl√§rt. Die App Clubhouse sollte man auf jeden Fall 2021 im Blick behalten!

Weiterf√ľhrende Informationen

Der aktuelle Hype um Clubhouse – von Roland Eisenbrand auf omr.de vom 18.01.2021 (deutsch)

Social Media Hype um Clubhouse – von Dennis Horn auf wdr.de vom 17.01.2021 (deutsch)

Was ist Clubhouse eigentlich? – von Gregor Wolckenhaar auf t3n.de vom 18.01.2021 (deutsch)

Audio-Social-Media-App √ľberholt Telegram – auf sueddeutsche.de vom DPA-Newskanal vom 18.01.2021 (deutsch)

Datenschutz bei Clubhouse – von Stephan Scheuer auf handelsblatt.com vom 18.01.2021 (deutsch)

 

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Lisa Kamp

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