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Recap SEO-Day 2017 in Köln

by David Erdmann | David

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    „Hier fließt SEO-Wissen“ hieß es am 12. Oktober 2017: Bereits zum siebten Mal organisierte Fabian Rossbacher und sein Team den SEO-Day, der dieses Jahr wieder im Rheinenergie-Stadion stattfand.

    Rund 40 Vorträge zu den Themen E-Commerce, Onsite/Offsite und warteten auf die Besucher. Aufgrund der Vielzahl der Eindrücke folgt in unserem Recap auch nur eine kleine Auswahl der aus unserer Sicht besten Vorträge.

    Wie stark unterscheidet sich SEO auf Mobile, Desktop und anderen Geräten: Marcus Tober

    „Eigentlich sind wir schon im Mobile First“, war eine der Kernaussagen von Marcus Tober, CTO bei Searchmetrics. Diese These unterstützte er in seinem sehr gut besuchten Vortrag mit Daten und Screenshots der SERPs auf unterschiedlichen Endgeräten.

    Ein interessantes Finding: Auf mobile Devices erscheinen im Schnitt 0,4 organische Suchergebnisse mehr als auf dem Desktop. Der E-Commerce-Bereich stellt hier einen Sonderfall dar – mobil gibt es mehr Google-Shopping-Einblendungen.

    Ein toller Auftakt für den SEO-Day 2017 und gleichzeitig gab es auch noch einen klaren Appell, den Bereich der Sprachsuche verstärkt im Auge zu behalten.

    Dein Analytics belügt Dich: Michael Janssen

    Direkt am Anfang des Tages gab es im Coder-Raum das „Heads up“ von Michael Janssen – die Daten in Google Analytics sind längst nicht so verlässlich, wie viele es gerne haben wollen.

    Das fängt bereits bei der Implementierung an, setzt sich bei der Datenhygiene fort und verwirrt schlussendlich viele Nutzer, wenn auch die Daten der Search Console integriert werden.

    Insgesamt ein schön „knackiger“ Vortrag mit vielen unterschiedlichen und gut erklärten Aspekten. Als Randnotiz: Laut Janssen sind nur SEOs die einzigen Online-Marketer, die von sich aus behaupten: „Ich kann Google Analytics“ – vielleicht noch einmal drüber nachdenken 😉

    Michael Janssen Vortrag auf dem SEO-Day 2017 - SMART LEMON

    Mikroprozesse im SEO: Jens Fauldrath

    Gewohnt schnell, gewohnt gut: Wie können im „Alltagsdschungel“ mit Tagen voller Meetings Prozesse automatisiert werden? Wie kann ein SEO seine Arbeit aktiv statt reaktiv gestalten? Das waren die Problemfelder bzw. Ziele des Vortrags von Jens Fauldrath.

    Auch wenn einige Aspekte eher nur bei großen Agenturen oder Inhouse-Abteilungen eine Rolle spielen, gab es hier dennoch einige sehr spannende Ideen und Anregungen, um den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. Hilfreich in dem Zuge war die Vorstellung passender Tools. Das hilft bei der Entwicklung konkreter Handlungsabläufe.

    SEO-Day 2017 Jens Fauldrath - SMART LEMON
    Weisheiten von Jens Fauldrath – (c) SMART LEMON

    Top 10 SEO Fragen – Von Google beantwortet: John Mueller

    Antworten zu SEO-Themen direkt von Google? Das wollte sich niemand entgehen lassen und dementsprechend voll war Raum 2, in dem John Mueller vor dem Publikum stand. Ganz in Manier der Webmaster Hangouts hielt er keinen Vortrag, sondern beantwortete Fragen der Zuhörer.

    Da konnte auch Moderator Markus Hövener nicht widerstehen und so musste Mueller ihm die Frage beantworten, was passieren würde, wenn er bei Google kündigt und eine eigene Agentur gründet. Vorteile hätte er nicht, „höchstens im technischen Bereich“ in Bezug auf Themen wie JavaScript-Crawling, antwortete er.

    Weniger überraschend war die Frage nach dem Stand der neuen Google Search Console, an der „fleißig gearbeitet“ wird. Auf die Frage zur Relevanz der PageSpeed Insights empfahl Mueller, nicht zu viel Arbeit in die Optimierung der Ladezeit zu stecken. Eine „normale Geschwindigkeit“ sei völlig ausreichend – auch, weil Google momentan nur nach normal schnellen und sehr langsamen Webseiten unterscheidet.

    SEO-Day 2017 - John Mueller - SMART LEMON

    User Engagement als SEO Instrument – Case Studies aus der Praxis: Fionn Kientzler

    Der User stand beim Vortrag von Fionn Kientzler im Fokus. Er erklärte, wie man mit psychologischen Kniffen bei der Erstellung von Text und Grafiken die Gunst des Users für sich gewinnt. Hier spielte auch das Thema Linguistik im SEO-Bereich eine Rolle, an das sich auch Stefan Fischerländer in anderer Weise annäherte.

    Einige Hauptaspekte, die Kientzler ansprach:

    • Innovative Titles & Descriptions
    • Grafiken, die Prozesse veranschaulichen (diese werden gerne geteilt)
    • Wahlmöglichkeiten (z.B. fünf Expertenmeinungen zum selben Thema)

    Raus aus der SEO-Filterblase: Johannes Beus

    Thematisch ähnlich – den Nutzer in den Vordergrund zu stellen – ging es bei Johannes Beus von SISTRIX zu. Mithilfe von Google Surveys hatte er Umfragen unter Usern gestartet, um herauszufinden, wie diese zu Google stehen.

    Das Ergebnis: Eine interessante Außensicht darauf, wie User die weltgrößte Suchmaschine wahrnehmen und nutzen. Die Antworten reichten von amüsant über vorhersehbar bis hin zu erstaunlich. Die Ergebnisse der Umfrage gibt es seit heute auch auf dem SISTRIX Blog als Artikel (s. Linkliste unten).

    Machine Learning & SEO: So kann ML bei der Suchmaschinen eingesetzt werden: Michael Weber

    Weg von der klassischen Präsentation: Der CEO von searchVIU – das übrigens bald in die Open Beta geht – zeigte ganz konkret, wie SEO-Daten und Machine Learning zusammengeführt werden können.

    Dafür benutzte er ein selbst gecodetes Python-Script und Daten von SEMrush, mithilfe derer er CTR-Daten voraussagte und Rankingchancen für verschiedene Keywords eines semantischen Umfelds ermittelte.

    Dieser Vortrag gehörte auf jeden Fall zurecht in den Coder-Raum. Klar wurde zwar auch, dass für aussagekräftige Daten auch entsprechend große Datenmengen vorhanden sein müssen, aber dann ist diese Option der Erwägung von Chancen sicherlich sehr interessant.

    Natural Language Processing: Stefan Fischerländer

    Sehr spannend war der Vortrag zum Natural Language Processing von Stefan Fischerländer – kurz gesagt: Wie Maschinen versuchen, menschliche Sprache zu verstehen. Gerade vor dem Hintergrund ständig neuer Suchanfragen stößt das „klassische“ Machine Learning an seine Grenzen, da es wenig vergleichbare Daten gibt.

    Hier kommen intelligentere Methoden ins Spiel, beispielsweise das Natural Language Processing mitsamt Teilbereichen wie Stemming oder Lemmatization. Stefan Fischerländer unterfütterte das ja eigentlich theoretische Thema mit sehr anschaulichen und interessanten Beispielen. Sehr schade, dass der danach angesetzte und gleichnamige Vortrag von Thomas Mindnich krankheitsbedingt ausfiel.

    SEO-Day 2017 - Natural Language Processing - SMART LEMON

    9 Online Marketing Kniffe, die Deinen Umsatz sofort steigern können: Julian Dziki

    Von der Nutzung des kostenlosen „Let’s encrypt“-Zertifikats über das Bereitstellen der USPs above-the-fold bis hin zu Pinterest als Plattform für kaufinteressierte Nutzer: Im Vortrag von Julian Dziki gab es Tipps der unterschiedlichsten Art, unterfüttert mit Daten und Zahlen.

    Interessanter Fakt: Zwei Zertifikate bzw. Siegel in Onlineshops sind besser als eins, um das Vertrauen der Nutzer zu erlangen. Bei mehr als drei Siegeln sinkt es jedoch wieder.

    Auch wenn viele Empfehlungen sicherlich nicht ganz neu waren, war hier die Kürze der Slots hilfreich, um die Aspekte kurz und knackig auf den Punkt zu bringen.

    Crawling, Indexing & Ranking in the age of a mobile first world: Bastian Grimm

    Das Thema „Mobile first“-Index ist immer noch aktuell. Das zeigte sich auf dem SEO-Day 2017 nicht nur bei der thematischen Ausrichtung vieler Vorträge, sondern auch anhand der Resonanz dieser. So war Raum 3 zum oben genannten Vortrag von Bastian Grimm komplett gefüllt.

    Die Zusammenfassung der Hintergründe inklusive Aussagen von Google-Mitarbeitern wie John Müller und Gary Illyes zeigten noch einmal den Status Quo auf. Die daraus entwickelte Roadmap und Herausforderungen dienen als Grundlage für konkrete Handlungsmaßnahmen. Für alle Interessierten: Der Vortrag ist weiter unten verlinkt.

    Bastian Grimm - Crawling Indexing Ranking in a mobile-first world - SEO-Day 2017 - SMART LEMON

    Content-Audits – Inhalte datenbasiert optimieren: Mareike Doll

    Wie erkenne ich, welche Inhalte bereits funktionieren? Was sind in diesem Zuge wichtige Kennzahlen und woher bekomme ich diese Daten?

    Das waren zentrale Themen des Vortrags von Mareike Doll. Anhand eines gut gewählten Beispiels aus der Praxis konnten die Zuhörer sehr anschaulich erkennen, wie Probleme mit inhaltlich dünnen oder doppelten Seiten angegangen wurden.

    Ein insgesamt sehr praktisch veranlagter Vortrag, der auch die Vorteile des Screaming Frogs (dank Anbindung an Google Analytics und die Search Console) aufzeigte.

    Fazit zum SEO-Day 2017

    Die Vorträge waren allesamt sehr lehr- und hilfreich und auch die Mischung der Themen war durchaus gelungen.

    Der Wechsel zur ursprünglichen Location vom Congress-Centrum der Kölnmesse (siehe hierzu unseren Recap zum SEO-Day 2016) zum Rheinenergie-Stadion tat der insgesamt gelungenen Organisation keinen Abbruch (an der Stelle ein Lob an das Catering!). Einziger Kritikpunkt: Die Platzierung der Räume an sich. In zwei der drei Räumen gab es stets Durchgangsverkehr. Das ist organisatorisch natürlich nicht anders lösbar, aber einer ruhigen und konzentrierten Atmosphäre nicht zuträglich.

    Dennoch freuen wir uns bereits auf den SEO-Day 2018 und sind gespannt, wie sich die Konferenz weiterentwickelt!

    Die Vorträge auf einen Blick

    Weitere Zusammenfassungen der SEO-Konferenz

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