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Recap OMF in Frankfurt 2016 – wie umgehen mit dem Easy Content Lover?

by SMART LEMON Team | SMART LEMON Team

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    Die Veranstaltungen des Online Marketing Forums fanden dieses Jahr in Hamburg (20. Juni), Frankfurt (30. Juni) und München (11. Juli) statt. In den als Vortragsreihen angelegten Foren geben renommierte Speaker aus allen Bereichen des Online Marketings wertvolle Einblicke in neuste Trends.

    SMART LEMON besuchte dieses Jahr das OMF in Frankfurt im Hotel Dorinth – nicht nur der Entfernung halber, sondern auch wegen der von der als Gastgeber fungierenden Fachzeitschrift INTERNET WORLD Business mit Chefredakteur Helmut van Rinsum zusammengestellten Themen und RednerInnen. Lesen Sie hier die Recaps ausgewählter Vorträge.

    PS: Vor allem, wenn Sie an der Fragestellung „In Videos oder Text investieren?“ grübeln, dürfte Sie dieser Artikel in Ihrer Entscheidung weiterbringen.

    Strategisches Content Marketing – Mirko Lange

    Die Zusammenfassung des Einstiegsvortrags in das Content Marketing sei mit einer Frage an Sie als Leser eingeleitet: Stellen Sie sich vor, und vielleicht ist das sogar der Fall, Sie führen einen Unternehmensblog. Ihr Anspruch ist es, über gutes Content Marketing viele Leser zu generieren. Stellen Sie sich folgende Frage:

    Würde man alle Beiträge Ihres Blogs zu einem Buch binden – würden Sie selbst es gerne lesen?

    Treffend formuliert von Auftaktredner Mirko Lange. Diese selbstkritische Prüfung dient Unternehmen zur Beantwortung zweier essentieller Fragestellungen im Bereich Content Marketing:

    1. Zwecks Planung: Sollten Sie in Zukunft redaktionell tätig werden? Gibt es Leute, die es interessiert, was Sie sagen?
    2. Als Zwischenfazit: Woran lag es, dass Leserschaft und Interaktion mit Ihrem Blog in der Vergangenheit ausblieben? Reichen Branchen-News, Duplikate kommerzieller Angebote und Allgemeinplätze vielleicht nicht aus?

    Besonders relevant werden diese Fragen vor dem Hintergrund der User, die mit der „Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs“ (O-Ton Lange) durch das Web flanieren und über die eine wahre Flut von Content hereinbricht. Anlass genug für Marketing-Strategen, sich mit den eigenen Inhalten aus der Masse hervorzuheben.

    Ein paar Leitsätze, die man dabei beherzigen sollte:

    • Jede Abteilung einer Firma trägt Wissen bei sich – holen Sie es sich ab, um so genaue und relevante Inhalte wie möglich zu produzieren
    • Erst braucht es eine Story oder Idee, danach entscheidet sich die Art des Contents
    • Im Hinblick auf die Konkurrenz spielt man im Content Marketing in den Levels „genauso gut“, „überdurchschnittlich“ oder „führend“ – der Sprung zum nächsthöheren Level kostet Aufwand (und Geld)

    Die vier wichtigsten Rechtstipps im Online Marketing – Sabine Heukrodt-Bauer

    Sabine Heukrodt-Bauer ist eine jährlich verlässlich wiederkehrende Dozentin des Online-Marketing-Forums. Ihre Rechtstipps sind kreativ aufbereitet, in die Zukunft gerichtet und kommen natürlich direkt aus der Praxis.

    Als Fachanwältin bei RESMEDIA berät sie viele Unternehmen bei IT- und Internetprojekten. Sie merkt an, dass während Launchs und Relaunchs rechtliche Komponente oft links liegen gelassen und erst im Nachgang versucht würden, sich darum zu kümmern. Dies sei jedoch viel teurer als die Einspannung eines Juristen schon im Vorhinein.

    An ihren Cases wird das dann auch deutlich. Aus 9 zur Auswahl gestellten Rechtsfragen im Online Marketing wählte das Plenum vier aus. Das sind die wichtigsten Take Aways von Frau Heukrodt-Bauer:

    1. Kundendaten aus dem Emailmarketing bei amerikanischen Cloudanbietern zu speichern, verstößt gegen ein EuGH-Urteil. Auch ein nachträgliches Fragen rettet nichts.
    1. Bei Anbietern von Stockbildern erworbene, einfache Copyright-Lizenzen reichen zwar für die Verwendung eines Bildes auf einer Website, aber für die bei Social Media Channels oft nicht aus – es bedarf beim Kauf einer Zusatzformulierung in den Bestimmungen des Anbieters

    Tipp: Um Bilder für Suchmaschinen zu optimieren, sind Stockfotos allerdings suboptimal! 😉

    1. Kundenzufriedenheitsanfragen (z.B. die Emails nach der Fernbus- oder Taxifahrt) zu versenden, ist nur erlaubt, wenn bei der Erhebung der Kundendaten mehrere Zustimmungen desselbigen eingeholt wurden
    2. Wir befinden uns seit 25. Mai 2016 in einer Übergangsphase zur Reform des EU-Datenschutzrechts – viele Bestimmungen wie die zum Einwilligungsfähigkeitsalter, Nachweis von Datenlöschungen („Recht auf Vergessen“) und Datenabspeicherorte haben sich bereits geändert

    Bei Rechtsfragen also besser nichts riskieren. Kommen wir nun zu einer kleinen Gegenüberstellung von Video- vs. Contentmarketing.

    Video Marketing im Härtetest – Christine Henning

    Christine Henning auf dem OMF in Frankfurt 2016

    Die bekannte Fernsehmoderatorin Christine Henning umtreibt in ihrem zweiten Berufszweig auch das Thema Online Marketing. Als ehemalige Gastgeberin der Sendung „Ehrensenf“ und vieler Kindersendungen hat sie mit Content Marketing tagtäglich ohnehin zu tun – spezialisiert hat sie sich für Ihre Kunden auf die Contentform Video.

    Henning zeichnet das Bild der aktuell stärksten Videoplattformen und wofür sich welcher Dienst eignet. Den „YouTubern“ stellt sie die „Facebooker“ gegenüber und zeigt exemplarisch ein paar Settings.

    Das Thema Video-SEO reißt die Kölnerin nur kurz an, was nicht schlimm ist. Gefehlt hat bei diesem Vortrag jedoch, dass man in die Google-Video-Suchergebnisse nicht unbedingt via YouTube kommen muss, sondern auch andere Dienste wie Wistia suchmaschinenfeine Videos bereitstellen können.

    Tipp:

    Falls Sie sich schon immer etwas über exorbitant hohe Klickzahlen einiger Facebook-Videos gewundert haben: Die Zählweise der Videozugriffe ist anders als bei YouTube. Nicht erst der Klick auf den Abspielbutton erzeugt einen View, sondern bereits das (lautlose) Abspielen des Videos in Ihrem Facebook-Nachrichtenstream.

    Einzigartige Markenerlebnisse – Prof. Dr. Dieter-Georg Herbst

    Prof Dr Herbst auf dem OMF in Frankfurt 2016

    Prof. Dr. Herbst von der Universität der Künste, Berlin, rahmte Inhalte, die im Web funktionieren, in einen wissenschaftlichen Hintergrund ein. Entscheidender als die Farbe Grün oder Blau für einen klickstarken Button sei die Frage der Bedürfnisbefriedigung eines Inhalts für den User.

    Relevanter Content müsse dahin führen, dass sich User beim Rezipieren belohnt fühlen und/oder das Gefühl erfahren, Strafe vermieden zu haben. Dabei gelangt man zu folgendem Schema:

    Belohnung / LustBestrafung
    DOMINANZStolz

    Siegesgefühl

    Ärger

    Wut

    Machtlosigkeit

    STIMULANZPrickeln

    Überraschung

    Langeweile
    BALANCEGeborgenheit

    Sicherheit

    Angst

    Stress

    Unsicherheit

     

    Die Speicherung von Markenerlebnissen wird am besten durch das Erfahren der richtigen Emotion gesichert.

    Emotionales Verkaufen – Torsten Hubert

    Torsten Hubert auf dem OMF in Frankfurt 2016

    Haben Sie schon einmal jene Seite in Facebook betreten, auf die Sie müssen, wenn Sie dem blauweißen Netzwerk für immer Lebewohl sagen wollen?

    An diesem und anderen Beispielen machte der Vortrag von Torsten Hubert klar, wie Emotionalität auch beim Verlassen des Kaufprozesses noch eine Waffe bleibt.

    Vieles hat dabei wieder mit Psychologie zu tun. Ein paar Learnings aus dem unterhaltsamen Spot:

    • Überwinden Sie das Distanzhandel-Paradoxon (Unfähigkeit, sich auf die andere Seite des Bildschirms hinzuversetzen und z.B. Online-Shops mit den Augen des Kunden zu sehen)
    • Nicht Layouts verändern, sondern Nutzerverhalten
    • Kulturelle Aspekte bedienen (Beispiel: Heimatliebe)

    Mehr Conversions im E-Commerce – Nils Kattau

    Nils Kattau auf dem OMF in Frankfurt 2016

    Der Beitrag von Nils Kattau fand besonderen Anklang im Plenum. Der Berliner brachte fünf Fallbeispiele aus der Praxis mit, aus denen Programmierer, Designer und Texter lernen können. Auf dem Weg zu mehr Conversions sind beileibe nicht nur die berühmten Keywords von Bedeutung, auch visuelle und psychologische Aspekte spielen eine Rolle.

    Ein Auszug aus Nils Kattaus A/B-Test-Koffer:

    ? Bei vertikalen Aufzählungen von z.B. USPs werden User besonders des ersten und letzten Items gewahr

    ? Bei horizontalen Reihen (dies ist eine, Obacht 😉 ) merken sich Menschen allenfalls 5-7 Dinge, deshalb empfehlen sich Icons dafür

    ? Websites mit älterer Zielgruppe sollten neben Vertrauenssignalen auch eine ordentliche Schriftgröße aufweisen

    ? Wer seinen Geldbeutel auf der eigenen Domäne durch Werbebanner füllt, riskiert Ablenkung und Unterbrechung der Konversionskette

    Fazit des OMF in Frankfurt 2016 – Videos oder Texte?

    Das Online Marketing Forum 2016 in Frankfurt war fast auch bis zum Schlussvortrag voll besetzt, ein Argument für nicht nachlassende Attraktivität und Qualität der elf RednerInnen.

    Neben technischen Themen wie der „Beacon-Technologie“ (Michael Wolf), dem „App Markt 2016/20“ (Jan Karnath) oder der „Beauty of User ID“ (Jan Heidenreich), deren ausführliche Aufbereitung den Rahmen dieses Recaps gesprengt hätte, verzeichnen wir eine Art Clash of Content in der OLM-Szene.

    Denn was ist nutzbringender, gut gemachte Videos oder aufschlussreicher Text? Beide Formate wahren einen Mehrwert, und die Gewichtung ist nicht immer leicht. Hohe Nutzerzahlen lassen sich durch virales Marketing für beide Sorten Medien erzielen, entscheidend ist aber stets die einzelne Case.

    SMART LEMON hofft, Ihnen durch diesen Recap die Wahl für die ein oder andere Form des Contents ein bisschen leichter gemacht zu haben. Weiteres zum OMF 2016 und verwandten Themen lesen Sie hier:

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