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Die neue Social Media App Clubhouse – Ist sie den Hype wirklich wert?

byLisa Kamp |Lisa Kamp

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Autorin: Isabelle Schmitz

Egal ob LinkedIn, Twitter oder Instagram – die App Clubhouse gehört seit Ende der zweiten Kalenderwoche 2021 zu den Top Themen auf den sozialen Netzwerken. Auch in den Top-Listen der Downloads im Apple AppStore lässt sich der Erfolg ablesen: Am 18.01.2021 verdrängte Clubhouse den Messengerdienst Telegram und sicherte sich Platz zwei der Liste. Scheinbar aus dem Nichts eroberte die neue App die deutschen Smartphones. Dabei gibt es die Clubhouse schon seit vergangenem Sommer in den USA. Dort sorgten Stars wie Paris Hilton, Ashton Kutcher oder Oprah Winfrey für den Hype der App.

Was ist Clubhouse?

Einfach gesagt, ist Clubhouse eine Audio-only-App, bei der die Anwender*innen, Gesprächen wie bei einem Live-Podcast zuhören können. Auch eine aktive Beteiligung an der Diskussion ist dabei möglich. Die Gespräche bei Clubhouse finden in virtuellen Räumen statt: Jeder kann diese Räume neu eröffnen oder bestehenden Räumen beitreten – und die Gespräche dort erst einmal verfolgen oder selbst daran teilnehmen. Wie Radio- oder Fernsehsendungen lassen sich Gesprächsrunden auch fĂĽr bestimmte Zeiten vorplanen und ankĂĽndigen.

Wo kommt Clubhouse eigentlich her?

Der Siegeszug der App begann im US-Bundesstaat Utah, genauer gesagt in der Stadt Salt Lake City im Bundesstaat Utah. Anbieter ist die Firma Alpha Exploration Co. Das Unternehmen definiert seine App als eine “neue Art von sozialen Dienst”. Mit Clubhouse soll es Menschen möglich sein, sich überall auf der Welt zu unterhalten, Geschichten zu erzählen und interessante neue Leute zu treffen.

Mit kĂĽnstlicher Verknappung zum Erfolg?

Aktuell ist der virtuelle Club nicht für alle User*innen geöffnet. In Clubhouse kommt nur eine auserwählte Runde zusammen. Um die App zu nutzen, braucht man zwei Dinge. Erstens: Ein iPhone, denn eine Android-App gibt es bisher nicht. Und zweitens: Eine Einladung von einem bisherigen Clubhouse-Mitglied. Eine Anmeldung ist nur über eine solche Einladung möglich. Clubhouse macht sich damit das Schneeball-System zu Nutze und löste eine Lawine aus. Der virale Hype der App sorgte daher auch für zweifelhafte eBay-Kleinanzeigen-Angebote. Hier wurden Einladungen zeitweise für 50 Euro gehandelt.

Wie sieht es mit Datenschutz bei Clubhouse aus?

Wer die App zurzeit nutzen möchte, sollte beim Thema Datenschutz lieber die Augen verschließen. Nach der Installation von Clubhouse fordert die App Zugriff auf sämtliche Einträge im Telefonbuchs des iPhones. Nur wer diesen Zugriff gewährt, kann anschließend andere Personen zu Clubhouse einladen. Außerdem fordern die die Macher des Dienstes dazu auf, ihr Profil mit anderen Social Media Plattformen zu verknüpfen. Damit soll auf Twitter, LinkedIn und Co. der Wunsch geweckt werden, möglichst schnell an eine Einladung zum Clubhouse zu gelangen.

Das fragwürdige Datenschutzkonzept von Clubhouse verstößt, laut Süddeutsche Zeitung, vermutlich gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Das hinderte zahlreiche Politiker*innen, Prominente und andere Interessierte bisher nicht daran, die App zu installieren. Im Clubhouse-Raum der Digitalministerin Dorothee Bär (CDU) versammelten sich beispielsweise über 1.000 Menschen, um gemeinsam zu diskutieren.

Auch wer Clubhouse für sensible Gespräche nutzen möchte, sollte vorsichtig sein. Sämtliche Gesprächsrunden werden mitgeschnitten. Laut den Entwicklern natürlich nur, um Verstöße gegen die Community Guidelines untersuchen zu können.

Diskussionen und Panels ohne Moderation – Kann das gut gehen?

Von Clubhouse aus gibt es aktuell keine Moderation. Die Entscheidung, ob eine Session moderiert wird, liegt im Ermessen der Benutzer*innen. Das Problem dabei: Mögliche Fehlinformationen und Desinformationen werden nicht gekennzeichnet. In den USA steht Clubhouse schon in der Kritik, weil bisher nicht entschieden gegen Rassismus und Seximus in den Diskussionen vorgegangen wird. Kritiker*innen, wie maggietyson_ auf Instagram, prangern an, dass es regelrechte “hate rooms” gäbe, in Sexisten oder Rassisten ihre Parolen verbreiten. Dazu sollen sogar Nutzer*innen gehören, die Plattformen wie Instagram oder Facebook, bereits verwiesen wurden.

Ist Clubhouse denn den Hype wert?

Das Interesse auf den anderen sozialen Netzwerken zeigt: die App fasziniert die Digitalszene. Clubhouse hat mit dem Angebot an Podcasts, digitalen Panels und offenen Diskussionen den Nerv der Zeit getroffen. Vor allem seit Corona sind digitale Plattformen eine wichtige Anlaufstelle, um sich weiterzubilden und sich zu vernetzen. Man kann Clubhouse also auch als eine Art des modernen Networkings sehen. Auch Podcasts sind derzeit gefragter denn je. Somit hat die App eine perfekte Mischung getroffen. Fragwürdig bleibt vor allem das Thema Datenschutz. Die Zukunft für Clubhouse bleibt spannend. Die App befindet sich erst in der Beta Version, hier kann also noch einiges passieren. Mit mehr User*innen werden auch mehr Probleme aufkommen. Auch das Thema Monetarisierung ist noch nicht geklärt. Die App Clubhouse sollte man auf jeden Fall 2021 im Blick behalten!

WeiterfĂĽhrende Informationen

Der aktuelle Hype um Clubhouse – von Roland Eisenbrand auf omr.de vom 18.01.2021 (deutsch)

Social Media Hype um Clubhouse – von Dennis Horn auf wdr.de vom 17.01.2021 (deutsch)

Was ist Clubhouse eigentlich? – von Gregor Wolckenhaar auf t3n.de vom 18.01.2021 (deutsch)

Audio-Social-Media-App ĂĽberholt Telegram – auf sueddeutsche.de vom DPA-Newskanal vom 18.01.2021 (deutsch)

Datenschutz bei Clubhouse – von Stephan Scheuer auf handelsblatt.com vom 18.01.2021 (deutsch)

 

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