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Google Search Console in der Praxis – Fünf Reports für SEO-Einsteiger

by Sven Giese | giese@smartlemon.de

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    Betreiber kleiner Websites und Onlineshops sind angesichts der riesigen Auswahl an SEO- und Analyse-Tools häufig überfordert. Zu komplex, zu teuer und in letzter Konsequenz muss irgendjemand die gesammelten bzw. vorhandenen Daten ja auch auswerten. Insofern lässt man es dann lieber ganz sein und widmet sich anderen Dingen des Online-Alltags.

    Mindestens das Kostenargument lässt sich aber mit einem kostenlosen Google-Service aushebeln bzw. umgehen. Denn die Suchmaschine stellt mit der Google Search Console (GSC – ehemals Google Webmaster Tools – WMT) einen kostenlosen Werkzeugkasten zur Verfügung, mit dem sich viele SEO-Arbeiten – auch für Einsteiger und interessierte Laien – erledigen bzw. leicht nachvollziehen lassen.

    Tatsächlich hat Google sich bei der Umbenennung am 20. Mai 2015 wohl etwas gedacht. Denn die hier suggerierten Webmaster machten nur einen Teil der Benutzer aus. Entsprechend wollte man mit diesem Namenswechsel das Produkt auch für Inhaber kleiner Unternehmen, ambitionierte Hobby-Onliner, SEOs etc. attraktiver machen. Übrigens stehen aktuell wieder einige Neuerungen ins Haus. Denn am 8. Januar 2018 vermeldete das offizielle Google Webmaster-Blog, dass man in den nächsten Wochen allen Nutzern Zugriff auf die neue Beta-Version des Tools geben wird. Wir haben uns die neuen Funktionen, Reports und Daten in dem Blogbeitrag Die neue Google Search Console im Betatest im Detail angesehen.

    Vom Ansatz her natürlich prima, in der Breite scheint sich das Potenzial dieses Schweizer Taschenmessers für Datenanalyse und Website-Optimierung allerdings immer noch nicht herumgesprochen zu haben. Zu Unrecht. Denn aus den zur Verfügung gestellten Daten/Reports lassen sich relativ schnell die ersten SEO-Erfolge generieren.

    Der vorliegende Beitrag gibt anhand von fünf Report-Funktionen konkrete Praxistipps, wo mit der Google Search Console angesetzt werden kann. Im Detail sind dies:

    Anmerkung: Der vorliegende Artikel ist eine erweiterte Fassung eines Vortrags SEO 2017 – Finden – nicht suchen! Fünf Tipps für jede Website, den ich im Rahmen des IHK e-Marketing Day in Köln (26. April 2017) gehalten habe.

    Diesen Vortrag finden Sie auch hier direkt zum Download:
    SEO 2017 – Finden – nicht suchen!

    1. OnPage-Fehler finden und optimieren mit dem Report HTML-Verbesserungen

    Beginnen wir mit dem Report, der erfahrungsgemäß auch für Einsteiger am einfachsten zu verstehen ist: den HTML-Verbesserungen (GSC ->Darstellung in der Suche -> HTML-Verbesserungen). Hier liefert die Search Console ein leistungsfähiges Analyse-Tool ist, mit dem sich typische OnPage-Fehler schnell und einfach erkennen lassen.

    Google Search Console ->Darstellung in der Suche -> HTML-Verbesserungen
    Google Search Console ->Darstellung in der Suche -> HTML-Verbesserungen

    a) Tipps zur Optimierung direkt von Google

    Konkret zeigt die Search Console in diesem Report mögliche Verbesserungen des HTML Codes an, wobei hier vor allem Title-Tag und Meta-Description im Fokus stehen. Wichtige Hinweise auf Duplikate, Leerstellen etc. sowie konkrete Tipps zur Optimierung des jeweiligen Elements gibt es als Bonus noch mit dazu (siehe folgenden Screenshot).

    Screenshot GSC Report HTML-Verbesserungen

    Achtung: Die GSC-Daten liegen nicht in Echtzeit vor. Google spielt diese durchschnittlich immer mit 1-2 Tagen Verzögerung aus. Insofern sollte man immer das Datum der letzten Aktualisierung des Datensatzes im Blick haben.

    To Do: Report wöchentlich/monatlich herunterladen und die gemeldeten Fehler bearbeiten.

    Google Search Console ->Darstellung in der Suche -> HTML-Verbesserungen Details zum Title-Element

    b) Warum ist die Snippet Optimierung wichtig?

    Snippets (= Kombination von Title + Meta Description) kommt aus SEO-Perspektive insofern große Bedeutung zu, als sie in der organischen Suche den Erstkontakt zum Suchenden bzw. potenziellen Kunden darstellen.

    Versucht man es auf eine prägnante Formel zu bringen, dann lässt sich die Begründung wie folgt formulieren: Schlechte Snippets geben ein unhaltbares Versprechen, gute Snippets holen den User bei seiner Suchintention ab.

    Gerade vor der gestiegenen Bedeutung von Nutzersignalen bei der Performance einer Website sollte man dieses Thema sehr ernst nehmen. Denn ein Benutzer, der über die organische Suche auf die jeweilige Seite gelangt, diese aber wieder schnell in Richtung SERPs verlässt, ist kein gutes Zeichen. Solche Short Clicks signalisieren nämlich sehr deutlich, dass Suchintention und das ausgespielte Ergebnis nicht zueinander passen.

    Wer sich grundsätzlich mit dem Thema Snippet-Optimierung beschäftigen möchte, kann sich für Title und Description zwei Faustregeln merken:

    • Title und Meta-Description sollten für jede (relevante) Seite individuell gestaltet bzw. vergeben werden und
    • bestimmte Vorgaben hinsichtlich der Länge und inhaltlichen Gestaltung berücksichtigen. Werden die vorgegebenen Längen nicht eingehalten, schneidet Google die Meta-Elemente in den Suchergebnissen radikal mit „…“ ab.

    Tipp: Wer sich mit Blick auf die inhaltliche Gestaltung unsicher ist, sollte beide Elemente einfach testweise leer lassen und schauen, was Google für verschiedene Suchanfragen automatisch generiert. Auch daraus  lassen sich ggf. interessante Erkenntnisse gewinnen.

    In Ergänzung zur GSC helfen zahlreiche kostenlose Online-Tools wie z.B der Serp Snippet Generator von Sistrix bei der inhaltlichen-Gestaltung des jeweiligen Search Snippet (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).

    2. Suchanalyse (Search Analytics Report) liefert brauchbare SEO-Daten

    Eine der mächtigsten Reporting-Funktionen der Google Search Console ist die sogenannte Suchanalyse. Spätestens seit Google Analytics (GA) immer häufiger mit dem „not provided“-Keywordstatus operiert, sollte jeder SEOs und ambitionierte Webmaster die GSC als ernstzunehmende Datenquelle heranziehen (GSC -> Suchanfragen -> Report Suchanalyse)

    Gerade die Filterfunktionen liefern wertvolle Details über die organische Performance einer Seite. Einzige Einschränkung: Im Vergleich zu GA stehen die Daten der GSC rückwirkend lediglich 90 Tage zur Verfügung.

    Eine vollständige Aufzählung der vorhandenen Möglichkeiten dürfte den Rahmen des vorliegenden Beitrags deutlich sprengen, insofern gibt es im Folgenden drei konkrete Anwendungsbeispiele, wie man mit dem Suchanalyse-Report in der Praxis arbeiten kann.

    a) Click-Through Rate (CTR)

    Wie im vorherigen Abschnitt bereits angedeutet, sind User-Signale inzwischen als relevanter Faktor für die SEO-Performance einer Domain zu sehen. Hier vor allem die Click-Through-Rate (CTR – dt. Klickrate)  zu nennen. Diese Kennzahl beschreibt das Verhältnis der Anzahl der Klicks zu den Impressionen einer Seite in den Google Suchergebnissen. Ein Beispiel: Wird eine URL z.B. bei 1.000 Seitenaufrufen 42 Mal angeklickt, ergibt sich hieraus eine CTR von 4,2%.


    Auf was ist bei diesem Report zu achten?  Ist z.B. die CTR einer URL trotz gutem Ranking relativ niedrig, so sollte die Meta Descriptions nochmals überprüft werden. In Kombination mit den Daten aus dem HTML-Fehler-Report lässt sich hier eine ganze Menge an sinnvollen Optimierungen vornehmen.

    b) Rankings mit Google überwachen – für welche Keywords rankt welche Seite?

    Im Gegensatz zu vielen Ranking-Tools liefert GSC echte Userdaten aus allen Standorten.

    Beispiel: Ein bundesweit arbeitender Schlüsseldienst hat Rankings für das Keyword [schlüsseldienst] in Köln auf Position 1, in Hamburg auf Position 9 und in München auf Position 5. Die GSC gibt dann auf Basis folgender Formel (1+11+5) / 3 = 5,6 als durchschnittliche Position

    Auch wenn die GSC nur filterbasierte Ranking-Daten ausliefert, lassen sich aus den Top25-Suchanfragen wichtige Einblicke in die SEO-Performance gewinnen.

    Google Search Console Report - Screenshot Report Suchanalyse Rankings

    c) Wonach suchen die Leute eigentlich? Zielgruppen und Besucher verstehen

    Kein SEO-Tipp im eigentlichen Sinne, zum Verständnis der eigenen Zielgruppen und Seitenbesucher aber durchaus ein sehr brauchbarer Ansatz. Durch entsprechende Filterung der Suchanfragen nach Fragewörtern (wie, wo, was, wie viele usw.) lassen sich typische Probleme/Fragestellungen der Besucher herausfinden.

    Google Search Console Report - Screenshot Report Suchanalyse - Fragen finden - Suchanfragen-Filter

    Im Gegensatz zu den gängigen W-Fragen-Tools am Markt haben die Daten aus der Search Console den großen Vorteil, dass hier echtes User-Anfragen aus den SERPs gelistet sind. Gerade wer sich mit dem Thema Content-Erstellung und redaktioneller Planung beschäftigt, sollte sich diese Daten aus der GSC exportieren.

    Google Search Console Report - Screenshot Report Suchanalyse - Fragen finden

    3. Optimierung der internen Verlinkung

    Links sind nach wie vor wichtig. Sie gehören zu den wichtigsten Ranking-Faktoren im Google-Algorithmus und entsprechend wird Link Building mit großem Aufwand betrieben. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber: Vielen SEO-Erfolge basieren auf dem Aufbau einer sinnvollen internen Verlinkung, die weit über die Navigation und Verwendung des Keywords im Linktext hinausgeht.

    Google selbst liefert in der Patentschrift Ranking documents based on user behavior and/or feature data diesbezüglich eine relativ klare Definition, was denn einen guten Link auszeichnet: „Je häufiger ein Link tatsächlich von echten Nutzern geklickt wird, umso besser ist er.“ (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).

    Kurzum, die interne Verlinkung ist nach wie vor einer der wirkmächtigsten Hebel im OnPage SEO. Auch hier können die Daten aus der Google Search Console helfen. Entsprechend sollten auch die wichtigen Seiten/URLs einer Domain in der GSC auf den Top-Positionen gelistet sein (GSC -> Suchanfragen -> Interne Links). Falls nicht, ist dieser Report ein erster Ansatz zur Optimierung.

    Google Search Console Report - Screenshot Report Interne Links


    ACHTUNG
    : Nicht jeder Link ist gleich. Die Google Search Console liefert rein quantitative Ansicht, die weder nach der jeweiligen Platzierung des Links im Dokument differenziert noch Hinweise auf die genutzten Ankertexte gibt. Hier dann besser mit anderen Tools wie z.B. ScreamingFrog, Onpage.org oder PageRangers arbeiten (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).

    4. GoogleBot mit dem Report Crawling-Fehler unterstützen

    Die meisten Websites verschenken eine Menge an SEO-Potenzial durch fehlerhafte Seiten bzw. URLs. Google-Crawler ist hier ein hilfreiches Tool, um solche Fehler zu erkennen und die Performance der Seite zu finden (GSC – > Crawling -> Crawling-Fehler) . Gerade nach einem Domain-Umzug oder größeren Umstellungen liefert dieser Report brauchbare Informationen über die URLs, bei denen GoogleBot Problem beim Crawling hat.


    Dementsprechend empfiehlt es sich, diesen Fehler-Report regelmäßig zu kontrollieren bzw. sich die Daten per Download zu speichern. Bearbeitete Fehlermeldung sollten dann auch als „Als korrigiert markiert“ gekennzeichnet werden. Sollte das Problem weiterhin bestehen, wird Google dies nach der nächsten Datenerfassung wieder auflisten.

    5. Einstieg in die Analyse des eigenen Backlink-Profils

    Mit der GSC lässt sich nicht nur die interne Verlinkung im Blick behalten, sondern das Tool liefert dem Nutzer auch eine gute Übersicht der Backlinks einer Domain (GSC -> Suchanfragen -> Links zu Ihrer Website). Dies sind zwar niemals alle vorhandenen externen Links, der Report gibt aber einen guten Überblick, was Google derzeit als relevant erachtet. Entsprechend lässt sich mit diesem Report eine gute Übersicht bekommen, wer eigentlich auf das eigene Projekt verlinkt.

    Google Search Console Report - Screenshot Report externe Links

    Tipp: Wenn man die angezeigten Backlinks häufiger herunterlädt, scheint Google eine breitere Auswahl zur Verfügung zu stellen.

    6. Fazit

    Mit Hilfe der hier vorgestellten fünf Report-Funktionen der Google Search Console kann auch der SEO-Einsteiger eine ganze Menge an nützlichen Informationen bekommen, um die eigene Website zu optimieren. Natürlich kann man zum Umgang mit der GSC noch deutlich mehr in Tiefe gehen, aber das ist nicht Ziel des vorliegenden Beitrags. Vielmehr geht es darum, ein Bewusstsein für die Möglichkeiten dieses Hidden Champion unter den SEO-Tools nochmals stärker ins Bewusstsein zu rufen. Aus der Erfahrung heraus sind die hier genannten Reports ein guter Einstieg. Wer sich detaillierter mit der Google Search Console beschäftigen will, dem empfehlen wir einen Blick in unsere Buchbesprechung: SEO mit Google Search Console von Stefan Czysch.

    In diesem Sinne: Viel Spaß mit der Google Search Console und der Analyse ihrer Daten. 🙂

    Gewinnspiel zur Google Search Console

    Damit Sie die weiteren Funktionen der Google Search Console noch besser verstehen und noch tiefer in die Suchmaschinenoptimierung einsteigen können, veranstaltet SMART LEMON ein Gewinnspiel!

    Der glückliche Gewinner des ersten Preises erhält

    • einen halbtägigen GSC-Workshop bei der SMART LEMON,
    • einen Gutschein für die einmonatige, kostenlose Nutzung von PageRangers und
    • das O’Reilly-Buch „SEO mit Google Search Console“ von Stephan Czysch.

    Der zweite und dritte Preis ist ein einmonatiger PageRangers-Gutschein sowie das Buch „SEO mit Google Search Console“.

    Gewonnen haben:
    1. Andrea Braun
    2. Moana
    3. Frischling

    Herzlichen Glückwunsch!

    Vielen Dank an PageRangers und O’Reilly für die Bereitstellung der Gewinne!

    Wie können Sie gewinnen?

    Die Teilnahme ist ganz einfach: Melden Sie sich bis Mittwoch, 14.06.2017 um 23:59 zu unserem Newsletter an (zu finden auf unserer Homepage am Ende der Seite) und posten Sie einen entsprechenden Kommentar dazu unter diesen Beitrag. Bereits bestehende Abonnenten des Newsletters können natürlich ebenfalls gerne am Gewinnspiel teilnehmen – auch diese müssen lediglich diesen Beitrag kommentieren.

    Wichtig: Bitte geben Sie eine funktionierende E-Mail-Adresse an, unter der wir Sie erreichen können. Keine Sorge, diese ist nicht öffentlich einsehbar und dient lediglich der Kontaktaufnahme.

    Teilnahmebedingungen
    Unter allen Kommentaren ermitteln wir per Losverfahren die Gewinner und kontaktieren diese per Mail. Teilnahmeschluss ist der 14.06.2017 um 23:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden nach der Ziehung auf dem SMART LEMON-Blog sowie auf unserer Facebook-Seite bekannt gegeben.

    7. Weiterführende Tools und Informationen zur Google Search Console

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